Gay-Segeln
in der Südsee, Französisch-Polynesien
8.
bis 22. Oktober Oktober 2011
(späterer
Zustieg nach Absprache möglich)
Landverlängerung auf Tahiti oder Morea empfohlen, gerne berate ich Euch.
Das
ist sicher, Polynesien ist ein Land des ewigen Sommers. Luft 25° bis 30°
Wasser 25° bis 28°

Ein
neuer, moderner Katamaran, Catana 41, Jahrgang 2010 steht
für uns bereit:
http://www.tahitiguide.com
Sehr interessanter Link mit ausführlichen Infos und
vielen Bildern über unser Segelrevier.
Raiatea
– Tahaa – Huahine – Bora Bora – Maupiti – Tahiti ... wer kommt bei
diesen Namen nicht ins Träumen? Hier findest Du ein Blumenparadies, wie ich es
noch nie auf dieser Welt gesehen habe. Am Flugplatz wirst Du bereits damit
empfangen und geschmückt.
Die
einladenden Inseln von Französisch-Polynesien sind ein ideales Ziel für
begeisterte Wassersportler. Tauchen und Schnorcheln in den fisch- und
korallenreichen Lagunen, Ausflüge auf den vegetationsreichen Inseln und die
freundlichen Einwohner lassen diesen Törn zu einem besonderen Erlebnis werden.
Da die Preise fürs Essen in den Restaurants eher teuer sind, werden wir
vermehrt auf der Yacht kochen.
-
2 Wochen segeln, wer will, Verlängerungswoche in einem Hotel auf Tahiti
oder Morea
-
Modernster
Katamaran, Europa Standart mit 4 Doppelkabinen. Neu Jg. 2010
"Monteverdi"
-
Schweizer
Gay-Skipper mit weltweiter Segelerfahrung
-
Verlängerungsmöglichkeit
in der Südsee oder in Kalifornien
Angemeldet
sind Gay`s aus Deutschland, der Schweiz und dem Deutschsprachigem Italin im
Alter von 40 bis gut 50J.
Südseeeindrücke, klick auf das betreffende
Bild (Bilder vom Törn 2006) |
| Landschaftliche Schönheiten |
Das wildwachsende Blumenparadies |
|
|
Törnpreis
Euro 1`750
oder
CHF 2`380 für beide Wochen.
Inbegriffen:
-
Unterkunft
auf modernem, gut ausgerüstetem Katamaran in Doppelkabinen.
-
Bett-
und Frotteewäsche
-
Schnorchelausrüstung
Mein
pers. Flugplan und der weiterer Schweizer (Die Gruppe ist auf versch. Flügen)
Hinflug Samstag 8. Oktober,
Einschiffen Sonntag 9. Oktober um die Mittagszeit. (auch gegen Abend möglich)
Im Hafen zurück Donnerstag Abend 20. Oktober, auf der Yacht übernachten bis Rückflug
ab Freitag 21. Oktober
Samstag 8. Oktober
(alles Ortszeiten)
Ab Zürich mit AF 5111 um
07.35 – 09.10 nach CDG www.airfrance.com
Ab CDG mit TN 0007 um 11.30
– 14.25 nach LAX (Los Angeles) www.airtahitinui.com
Ab LAX mit TN 0007 um 16.25
– 21.45 nach PPT (Papeete) www.airtahitinui.com
Hotelübernachtung im
Tahiti Nui in
Papeete
Sonntag 9. Oktober
Rapeete – Raiatea um 06.45 mit
VT 370 www.airtahiti.com
Rückflug Fr. 21.
Oktober 2011 (Kurt Meier ca. 1
Woche später)
Vormittags Raiatea –
Papeete um 09.10 mit VT 745 www.airtahiti.com
(Zeit um Papeete/Tahiti anzuschauen)
Ab Papeete mit TN 008 um
23.45 – Sa 11.00 nach LAX www.airtahitinui.com
Ab LAX Sa 22.10 mit TN 008
13.00 bis Sonntag 08.55 nach CDG www.airtahitinui.com
Ab CDG So 23.10 mit AF 5104
12.45 bis 14.10 nach ZRH www.airfrance.com
Auch
Air France Flüge sind möglich (am besten besprechen wir die Anreise und
Treffpunkte pers.)
Paris
- Papeete mit Zwischenlandung in Los Angeles AF 074/AF 674
Samstag,
9. Oktober 2011 von 16.35 bis Sonntag 03.55 (anschließend kurzer Innlandflug)
Rückflug
Papeete - Paris
Freitag
21. Oktober 07.30 bis Samstag 22. Oktober 16.45 mit AF 673 /AF 073
Extras:
Flug
mit Taxen, Preise Air France Stand 14. Febr. 2011
Ab
Zürich
nach Papeete, Tahiti
CHF 2`250.-- beide Wege, inkl.
Taxen.
www.airfrance.ch
(Dank
dem tiefen Euro 550 Fr. günstiger als noch vor 3 Jahren)
Ab
Deutschland, Beispiel Frankfurt ca. 1720 Euro inkl. Taxen. www.airfrance.de
www.airfrance.at
Dazu kommt noch ein kurzer, aber herrlicher Inlandflug von Papeete nach
Raiatea, ca. Euro 250 (CHF 350 ) beide Wege inkl. Taxen.
Bordkasse
für Verpflegung, Ausflüge, Diesel und anfallende Gebühren unterwegs ca. 350
Euro für beide Wochen, je nach Ansprüchen der anwesenden Crew. Zahlbar vor Ort
in der Landeswährung CFP
Kurs November 2010: 1 Euro = 116 CFP/ 1 CHF = 77 CFP // 100 CFP = 0,86 Euro
1.30 CHF
Versicherung
ist Sache der Teilnehmer, ausgenommen Vorfälle, die in direktem Zusammenhang
mit der Yacht stehen.
Für
weitere Fragen bin ich jederzeit gerne für Dich da.
Zum Anmeldeformular


REISEBERCHT
SÜDSEETÖRN
24.l0.bis 14.11.2OO3
Das Tagebuch eines Crewmitgliedes, Jürg Zbinden,
Paracelsus-Apotheke Zürich (Gayapotheke)
Vorwort
vom Skipper:
Wie Ihr bald lesen werdet, kommt das Wort Regen sehr häufig
vor, das stimmt auch, wir hatten sehr viele feuchte Grüße von oben und man könnte
meinen, in der Südsee regnet es ständig. Es ist ein tropisches, fruchtbares
Gebiet und Regengüsse gehören dazu. Meistens ist der Spuk nur kurz, aber
heftig und schon brennt die Sonne wieder auf uns nieder. Vielfach waren wir über
diese Einlagen ganz froh, fällt der Regen in diesem Gebiet mit gegen 30 Grad
vom Himmel. Erschreckt auch nicht ob den frühen Zeiten zum Aufstehen. Es wird
keine Tagwache angeordnet, durch das Klima hat sich das ganz von selbst ergeben,
dass wir abends früher in den Kojen lagen und tatsächlich die ganze Crew am
Morgen um Sechs mit den ersten Sonnenstrahlen im warmen Meer badete und zum Frühstück
versammelt war.
PROLOG 24.10.03
Pünktlich
trifft sich die ganze CH-Crew am Flughafen in Zürich. Man merkt es allen an,
wir sind gespannt wie Regenschirme und alle freuen sich auf die bevorstehende
Zeit. Walti hat, wie immer, Pech mit seinem Gepäck und muss alles
auseinandernehmen. Endlich
können wir Richtung Paris abheben und landen fast auf die Minute genau in Charles
de Gaulle. Hier irren wir erst einige Zeit umher, bevor wir uns trotzdem zur
„Flugplatz-Rundfahrt" entschließen. wir treffen dann auch bald am ,Gate'
ein und finden dort Uwe und Harald, unsere deutschen Mitsegler. Der Jumbo füllt
sich rasch und wir wären eigentlich alle bereit zum Abflug. Irgendein
Rauchdetektor hat sich aber verabschiedet und die Techniker suchen das defekte
Gerät. Na ja, es kommt auf die paar Minuten Verspätung auch nicht mehr darauf
an, bei der Distanz, die vor uns liegt.
Angenehmer Flug und mit 2 Stunden Verspätung treffen wir endlich bei Mr.
Schwarzenegger in Los Angelos ein. Ein Riesentheater am Zoll ‑ das Gepäck
allerdings dürfen wir nicht in Empfang nehmen. So warten wir, müde zwar, aber
wenigstens mit geputzten Zähnen, in der Abflughalle, bis alle Passagiere den
Zollkram erledigt haben. Walti und Beni, unsere Raucher, finden sogar eine
Raucher-Ecke und verkrümeln sich dahin. Keiner
weiß, wann's weitergeht, es ist jetzt Samstag, 25. Oktober 03 01.10 Uhr
Ortszeit.
Wir konnten die 2 Stunden Verspätung nicht mehr einholen, bei
strahlendem Sonnenschein landen wir in Papeete, werden mit Musik und Blumen
empfangen. Dank der Verspätung verschiebt sich unser Flugplan, wir buchen auf
eine Maschine später um. Es ist warm (heiß) und die Welt ist in Ordnung:
BONJOUR
PAPEETE - BONJOUR VACANCES! 25.10.03
Ziemlich genau um 12.00 Uhr landet unsere Propellermaschine in Raiatea. Wir sind
endlich am Ziel. Es erwartet uns herrliches Südseewetter, eine noch wunderschönere
Tropenlandschaft ‑ alle sind begeistert. Schon der Anflug war ein
Erlebnis, selten haben wir eine so traumhafte Lagunenlandschaft gesehen.
Wir schnappen uns ein Taxi ‑ Marina Apooti ist nur 5 Minuten entfernt. Wir
finden auch bald unseren Katamaran, die MAITO wird für 3 Wochen unser Zuhause
sein. Als erste Handlung
hissen wir die, unsere, Regenbogenflagge. Somit ist der Südsee-Gay-Törn
offiziell eröffnet.
Ein
schönes Schiff, unsere Maito, und auf den ersten Blick sehr geräumig. Schiffsübernahme,
short briefing und dann sollten wir einkaufen. Das Einfachste und Billigste wäre
eine Bootsfahrt in die Stadt. Walti, unser Skipper, ist aber nach der Anreise
zu müde und so fahren Harald, Uwe und Alois mit dem Taxi nach Uturoa, der
einzigen Stadt auf der Insel, während Beat, Beni und ich einen Sprung in die Südsee
wagen.
Marina
Apooti ist ein kleiner Jachthafen. Dank dem vorgelagerten Riff ist das Meer
ruhig, einzig das Schlagen der Schoten am Mast unterbricht die friedliche
Stille. Manchmal sind das Krähen eines Güggels und das
Rascheln des Windes in den Palmen zu hören. Anbetracht der allgemeinen Müdigkeit
- immerhin sind wir um den halben Planeten gereist ‑ beschließen wir im
nahen Restaurant zu essen. Wir genehmigen uns Mahi-Mahi (Mei-Mei), einen Fisch
aus der Südsee. Mit Kokosnuss paniert schmeckt das Tier allen vorzüglich.
Gegen 21.30Uhr wird's
ruhig an Bord. Die erste Nacht deckt uns zu ... Gute Nacht alle zusammen!
26.10.03
Gegen 05.30 Uhr rappeln sich die Ersten aus den Kojen. Nicht alle haben gut geschlafen.
Die 12 Stunden Zeitverschiebung machen auch mir zu schaffen. Mein Organismus ist
etwas durcheinander ‑ aber das gibt sich. Auf alle Fälle duftet es
herrlich nach Kaffee aus der Kombüse ‑ Alois macht seinem Namen als
Schiffskoch alle Ehre und gegen 06.30 (???!!!) gibt's das erste Frühstück. In
der Nacht hat's geregnet und die Gegend ist wolkenverhangen. Aber es ist
angenehm und durch die Wolken nicht allzu heiß.
Unser
Ziel: Bora Bora. Noch während wir planen, ziehen schwarze Wolken auf. Schwarze
Wolken, die nichts Gutes verheißen. Wir planen um, und beschließen, draußen
auf offener See zu entscheiden. Beim größten Schiff laufen wir aus ‑
trotzdem genießen wir den Start unseres Törns. Nach einer ersten Riff-Passage erreichen
wir das noch ruhige, offene Meer. Endlich hat die See mich wieder!
Das Wetter klart gegen Mittag auf und jetzt beginnt erst die wunderschöne Überfahrt
nach Bora Bora. Faulenzend flegeln wir uns in die wärmende Sonne und genießen
die Wellen und den Wind. Mit ca. 6 Knoten flitzt unser Kat übers Wasser und
gegen 15.30
Uhr findet unser Skipper die einzige Einfahrt nach Bora Bora. Wie jede Südsee-Insel
kränzt ein Riffgürtel das Eiland. Es wäre verheerend, einfach eine eigene
Fahrrinne zu fahren. Fliegende Fische begrüßen uns und bereits sieht man
einheimische Jungs, die sich mit Surfbrettern vergnügen. Wir suchen uns einen
geeigneten Ankerplatz, müssen aber wieder weg, weil der Anker über ein Kabel
zu liegen
kommt,
wir
versuchen also einen anderen Anlegeplatz.
Alois,
unsere Küchenfee hat schon „belegte Brote“ gemacht: Bald ist Happy
Landing Time auf Bora Bora.
Der
Tag hat alle geschafft. Um 21.00 Uhr wird es ruhig, leise schaukelt uns das Meer
in den Schlaf.
27.10.03
Ein
lautes Rauschen weckt mich ‑ es ist noch stockfinster. Ich taste mich zum
Örtchen für kleine Jungs und sehe den Skipper, wie er grad die Türe zum
Cockpit schließt. Es regnet rein. Was heißt regnen, es gießt aus Kübeln. Ich
verziehe mich wieder in die Koje.
Um 04.45 Uhr (!!!) ist die ganze Crew wach. Tee oder Kaffee? Es tröpfelt immer
noch. Wir lassen uns aber den Morgen nicht vermiesen und schon bald dämmert es.
Bei Tagesanbruch, es ist um 06.15 Uhr hell, gehen die ersten Baden ‑ he
ja, nass sind die meisten eh schon. Gegen 09.00 verlassen wir unseren Ankerplatz
und motoren ‑ innerhalb der Lagune ist dies
sicherer ‑ Richtung Bora Boras Hauptort, VAITAPE. Kurz vor der großen Einfahrtsschneise
brauen sich über dem Hausberg, dem Mt. OTEMANU 727 m ü.M., große schwarze
Wolken bedrohlich zusammen. Rundum scheint die Sonne, während sich die Unwetter
genau über unserem Ziel entladen. Gottseidank regnet es nicht allzu lang und
nach dem Wetter erstrahlt das frisch gewaschene Vaitape in vollem Glanz. Bank,
Post und einkaufen. Der Typ vom Supermarkt bringt das Gekaufte direkt ans Boot
‑ so haben wir das gern! Alois kocht z'Mittag und in brütender Hitze
genießen wir die Würstchen, den Salat, die Melonen und den kühlen Wein. Noch
immer träume ich vom hübschen Metzger vom Supermarkt - gerne hätte ich ihn
zum Mittagessen eingeladen ‑aber eben! Gegen 15.00 Uhr tuckern wir los zur
Inselrundfahrt. Die Landschaft zieht an uns
vorbei, Palmen, Dschungel versetzt mit einzelnen kleinen Häuschen. Es ist
einfach zu
schön und so dösen wir an Deck und lassen die Seele baumeln. Wir ankern im
Mantua Riff. Wir sehen zwar keinen Mantua, dafür lassen sich einige Rochen,
hübsche große Viecher mit ca. 1m Durchmesser, sehen. Sie gleiten unter dem
Schiff durch und kümmern sich nicht um unsere erstaunten Blicke. Alois zaubert
wieder ein schmackhaftes Nachtessen und nach der psychologischen Sitzung, Beni
und Harald wollen das Problem ausdiskutieren und nicht im Raum stehen lassen
(ha, ha, ha) geht's wieder früh ins Bett, ich merke auf alle Fälle nichts mehr
und schlaf den Schlaf
des Gerechten.
28.10.03
Der
Tag weckt mich und ich schäle mich - will ja Dumpfbacke nicht wecken - aus der
Koje. Das Wetter ist heute nach unserem Geschmack und ich warte auf Frau Sonne,
die sich rot-orange am Horizont bemerkbar macht. Bin nicht wie sonst allein an
Deck, die Crew
gehört zu den Frühaufstehern und wir warten auf das Naturereignis
Sonnenaufgang. Sogar der Berg von Bora Bora zeigt sich heute teilweise unverhüllt.
Es ist, wie zu erwarten war, unbeschreiblich. Der Duft von frischem Kaffee lockt
alle zurück ins Cockpit. Wir beschließen, die Insel zu verlassen und nach
Maupiti zu segeln. Bei der Ausfahrt aus der Lagune schauen wir aus nach
Untiefen. Es ist recht tückisch, durch die seichten Gewässer zu schippen. Plötzlich
sehen wir, direkt vor uns einen der gefürchteten schwarzen Flecken. „Langsam,
langsam - Steuerbord halten!". Doch der schwarze Schatten bewegt sich: ein
Riesenmantua flappt majestätisch unter dem Bug durch. Wir sind begeistert!
Sowas sieht man nicht alle Tage.
Bereits
um 08.45 Uhr herrscht eine Bullenhitze. Kein Lüftchen weht, nur der Fahrtwind
gibt uns zwischendurch eine kleine Abkühlung. Wir hoffen auf die offene See -
weit gefehlt. Windstärke 2! Dies reicht kaum aus, um unter Segeln überzusetzen.
Beim Hochziehen des Großsegels verheddert sich das Tuch in der Takelage. Wir
haben etliche Mühe, das verklemmte Segel zu befreien - es gelingt aber dennoch
und mithilfe des Motors tuckern wir Richtung Maupiti. Ohne Wind kein Segeln! Die
Flaute zwingt uns, den verhassten Motor zu beanspruchen. Bald umringt uns die
See, in der Ferne kommt unser Ziel langsam näher.
Die
Einfahrt sieht dramatisch aus. Eine starke Brandung löst einige Bedenken aus,
die sich aber, bei näherem Hinsehen, als unbegründet erweisen. Die Lagune ist
traumhaft schön. So, wie man sich die Südsee vorstellt. Die Matos (Lagunenbänke)
sind mit Palmen bewachsen, das Meer türkisblau, der Sand weiß - eine
Bilderbuchlandschaft. Mitten in der Lagune die Hauptinsel mit einem riesigen
Felsblock, an dessen Fuß
sitzt ein kleines Dorf. Es ist Happy-Landing-Time und wir „tütschen"
einen feinen Roten. Alois zaubert mit seinem Küchenstab ein Medaillon de Boeuf
auf unseren Tisch und erntet dafür
Sonderapplaus.
29.10.03
Die
Crew der Maito scheint wirklich speziell zu sein. Die meisten sind schon vor Sonnenaufgang
an Deck, d.h. gegen 05.30Uhr. Ich genieße die warmen Gewässer für einen early
morning swim während die anderen den ersten Kaffee an Bord schlürfen. Das
Wetter macht auch wieder mit und schon bald taucht die Sonne die Lagune in gleißendes
Licht. Mit der Sonne steigen auch die Temperaturen und das heißt, jede Bewegung
treibt den Schweiß auf die Stirn. Da hilft auch die laue Brise vom Meer her nicht
mehr viel.
Trotzdem raffen wir uns auf und unser Dingi bringt uns aufs nahe Motu. Was uns
hier sofort
auffällt: junge Kokospalmen. Fast jede gefallene Kokosnuss schlägt aus und bewildert
die vorgelagerte Insel. Ein freundlicher Junge weist uns den Weg und schon bald
stapfen wir im seichten Wasser und bewundern die Korallen. Ich ziehe es vor, über
die Insel zu wandern und genieße für mich allein die Südsee-Romantik. Das Türkiswasser,
der blaue Himmel und die grünen Palmenwedel im gleißenden Sonnenlicht
vermitteln Postkartenbilder. Von weit sehe ich meine Crew und mache mich auf den
Rückweg. Ich darf sogar noch etwas weiterspazieren, sie werden mich auf der
Sandbank wieder einladen. So stapfe ich weiter durch den Palmenwald, komme an
kleinen Hüttlein vorbei und werde zwischendurch freundlichst gegrüßt. Harald
und Beni, meine Fährleute, holen mich über und als Alois an Bord die Leintücher
zu Zelten aufspannt, wird sogar die Mittagshitze erträglich. Wenn ich nur
nichts so faul wäre
-
jede Bewegung
braucht eine Spezialaufforderung.
Wir beschließen, in der Nacht nach Raiatea zurückzusegeln. Der Skipper hat
nicht alle Seekarten erhalten, wir müssen tanken und Wasser nachfüllen.
Trotzdem wollen Alois, Harald
und ich gegen 16.00 Uhr noch schnell ins nahe Dorf
-
es soll dort alte Wandmalereien
geben. So tuckern wir mit dem Dingi los. Die Dorfhunde empfangen uns und wollen
nur eins: mit uns spielen. Das Dorf präsentiert sich als tropischer Garten.
Selten habe ich so viele Blumen auf einem Haufen gesehen. Ich kann mich gar nicht
satt sehen. Die Dorfbevölkerung scheint interessiert zu sein, man spricht mit
uns und
begrüßt uns freundlich. Wir finden auch einen Laden und können in aller Eile
noch was
einkaufen. Schade, dass wir schon wieder weg müssen, aber Walti muss bis 18.00
Uhr, d.h. bis zum Eindunkeln aus der Lagune sein, sonst wird's nichts mit dem
Nachttörn. Gegen 17.50 Uhr sind wir an der Lagunenausfahrt. Der Anblick der
Brandung ist gewaltig, vor allem bei Sonnenuntergang. Die Strömung reißt uns
ins offene Meer. Wir setzen Segel und treiben in die Nacht. Die See wird
dunkelblau und tintenschwarz, eine wogende, wabernde Masse aus irgendwas und wir
mittendrin wie eine Nussschale. Es ist herrlich und man wird sich der Einsamkeit
und der Größe des Pazifiks
so richtig bewusst. Da ich nichts zu tun habe
- steuern ist nicht mein Hobby
-
lege ich mich aufs Ohr und nehme mir fest vor, der Mannschaft in der Nacht Gesellschaft
zu leisten. Denkste! 05.15 Uhr krieche ich verschämt aus meiner Koje
-
ich habe
den ganzen Nachttörn verschlafen und der Spott und das Gelächter ob meines verschlafenen
„Grind" muss ich wohl oder übel einstreichen. In der Ferne wird Raiatea
sichtbar
-
bald sind wir am Ziel.
30.10.03
Kaffe
kochen und/oder trinken ist bei Seegang, auch beim kleinsten, eine Kunst. Unser
Tisch sieht aus wie ein Schlachtfeld, aber was soll's. Walti möchte ein Bier
‑ schließlich hat er die ganze Nacht gearbeitet.
10.00
Uhr ‑ Raiatea empfängt uns mit einer drohenden, schwarzen Wolke, die
nichts Gutes ahnen lässt. Der Regen prasselt gegen die Fenster, Uwe, unser
Steuermann ist klitschnass.
So schnell und heftig, wie es begonnen hat ‑ so schnell verzieht sich das Unwetter
wieder. Gelassen nehmen wir es hin.
Wir
laufen gegen 16.00 Uhr wieder aus, das Boot ist geschrubbt, Wassertank und Diesel
aufgefüllt. Beni, Uwe, Alois und ich waren in der Stadt und haben Lebensmittel
gebunkert. Wie üblich wird das Gekaufte vom Ladenbesitzer ans Boot gebracht.
Schnell ist alles verstaut und so können wir zur Nachbarinsel TAHAA übersetzen.
Im Moment braut sich wieder ein kleineres Türmchen auf. Mit 25 Knoten peitscht
der Wind über die leicht aufgewühlte See. Wir werden's überleben. Über Funk
hören wir von einem Segler, der in Seenot geraten ist. Armer Kerl ‑ er
schein recht verzweifelt. Bei prasselndem Regen versuche ich eine Boje zu
fischen. Nach etlichem hin und her und tropfnass können wir trotzdem anlegen.
Bin froh, wieder im Trockenen und in der Wärme
zu sein.
Der
Regen lässt nicht nach und wir quetschen uns in die Kombüse. Eigentlich hätten
wir Alois einen freien Abend gewünscht ‑ die Wetterumstände lassen aber
ein Übersetzen mit dem Dingi nicht zu. So genießen wir halt Spagetti Napoli
und Salat. Die
lange Überfahrt von Maupiti nach Raiatea und Tahaa hat Spuren hinterlassen.
Erschöpft verziehen sich die Kameraden in die Koje, das Trommeln des Regens
lullt alle ein und auch das Heulen des Windes verscheucht den wohlverdienten
Schlaf nicht mehr.
31.10.03
Gegen
09.15 Uhr legen wir ab Richtung UTUORA, Inselhauptstadt von Raiatea. Da der
Himmel immer noch bewölkt ist, beschließen wir, der Zivilisation einen Besuch
abzustatten. Es erwartet uns ein quirliger Ort, mit schönem Blumenmarkt und
einer noch schöneren Gartenanlage mit Seerosenteich. Wir flanieren herum,
trinken Fruchtsäfte (wenigstens ich) und ich genehmige mir sogar einen
Crevettencocktail, der mir sehr mundet. Auch hier sind die Einheimischen immer
bereit für einen kleinen Schwatz.
Es sind fröhliche Leute, die gerne Kontakt suchen. Bloß als ich dann von
unseren heimatlichen winterlichen Temperaturen erzähle, schüttelt einer ungläubig
den Kopf,
so kalt kann man gar nicht überleben!
Wir nehmen wieder Kurs auf TAHAA und suchen die Bucht HAMAMEENE. Sanfte Hügel umsäumen
das Ufer, während wir tief ins Landesinnere fahren. Am Ende der Bucht ein
kleines Dörfchen mit einer hübschen Kirche. Der Himmel hält sich bedeckt,
aber hier ist eigentlich immer Badewetter und so plantschen wir vergnügt in der
Bucht. Wir fahren dann wieder an unseren Nachtplatz ‑ vor dem Rest.
Hibiscus hat's 7 Bojen, eine wird wohl noch für uns frei sein 16° 38'
640" S/1510 27' 536" W = Rest. Hibiscus, Tahaa. Wir besteigen unser
Dingi und gehen ins Hibiscus. Der Empfang ist freundlich ‑ Louis, der
Wirt, zeigt uns stolz die Schweizerfahne und sämtliche
Kantonswappen aus seiner Fahnensammlung. Seine Menüvorschläge lassen sich
ebenfalls sehen und so gibt's zur Vorspeise eine Fischterrine, später folgt Mahi-Mahi
an Vanilla Sauce. Dazu serviert Louis einen trockenen Weißwein, ein rundum
herrliches Abendessen, das allen sehr mundet. Das Dingi bringt uns gegen 22.00
Uhr durchs tiefschwarze Wasser zurück zur Maito und nach dem üblichen
Schlummertrunk wird es ruhig an Bord.
01.11.03
Gegen 06.30 Uhr schälen wir uns aus den Kojen. Das Wetter ist, na ja ‑
von allem etwas,
aber am Morgen schon warm wie immer. Noch haben wir für heute keine Pläne
‑ wir werden beim Frühstück den großen Rat
einberufen.
Wir
beschließen, nach HUAHINE zu segeln, ca. 25 Meilen von Tahaa entfernt. Da wir
Bugwind, d.h. Schnauzenwind haben, wissen wir, dass es eine lange Überfahrt
gibt, weil wir kreuzen müssen. Das Wetter hat sich gebessert ‑ wie immer
eigentlich unter Tag schön, in der Nacht Regen ‑ und so liegen wir dösend
auf unserer „Nussschale" im weiten
Ozean. Bei der Ausfahrt aus der Lagune von Tahaa geraten wir in eine Herde
Delfine, sie wollen aber nichts von uns wissen und so sehen wir nur die Rückenflossen
der zum Atmen auftauchenden Tiere. Die Überfahrt erweist sich als recht
schwierig, mit böigem Wind kommen wir schlecht voran und wir müssen sogar
etwas motoren. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang laufen wir in Bali Hai auf
Huahine ein. Aus der Kombüse riecht es schon verführerisch ‑ es ist
Happy-Landing-Time.
Wetter: leicht bewölkt, vielleicht reicht's morgen für mehr Sonnenschein.
Verdient hätten wir's ja! Wir erleben den berauschendsten Sonnenuntergang der Südsee
und jeder knipst wie wild in den Nachthimmel, wir immer senkt sich die Nacht
schnell übers
Meer und es wird ruhig. Die Ruhe tut allen gut und mit Tee und Guetzli klingt
der Abend
friedlich aus.
02.11.03
Der
Wettergott hat sich gegen uns verschworen, zwar regnet es nicht gerade, aber der
Himmel zeigt sich einmal mehr bewölkt ‑ nichts mit Postkartenblau und
Sonne. Uwe vergnügt
sich mit Fische füttern und lockt mit seinen Brotstückchen einen riesigen
Brocken an, der gierig nach dem Brot schnappt. Alois und Harald gehen an Land
und wollen
frische Brötchen besorgen. Mal sehen, ob sie heute, am Sonntag, Glück haben.
Nach dem feinen „Spat-Stück" mit frischem Brot und herrlichen Mangos
halten wir Kriegsrat. Wollen wir die große Überfahrt nach Tahiti (ca. 24
Stunden od. mehr) wagen? Die Mehrheit entscheidet dagegen und somit bleiben wir
in diesen Gewässern.
Wir
setzen mit dem Dingi ins Dorf über und wollen uns einen Scooter oder Jeep
mieten, um die Insel zu erkunden. Um 12.00 Uhr fahren wir mit unseren Mietwagen
los. Die Insel ist ein einziger, tropischer Urwald. Fröhlich spielen Kinder in
der Lagune und freuen sich diebisch, als es ihnen gelingt, uns vollzuspritzen.
Wir fahren durch dichten Dschungel, unterbrochen durch satte, üppig bewaldete
Lagunen. Plötzlich stehen wir wieder am Meer und finden auf Anhieb ein herziges
Beizli. Zwei Jungs spielen traditionelle
Musik, die Sonne scheint, Sandstrand und türkisblaues Wasser: endlich Südsee
wie im Bilderbuch. Nach einem Fruchtsaft-Cocktail und einem Fischsandwich
tauchen wir wieder in den Dschungel ein und geben die Autos gegen 16.00 Uhr
wieder zurück. Eben ist ein größeres Schiff in Fare, der Hauptstadt von
Huahine, angekommen.
Kinder turnen auf dem großen Kahn herum und lassen sich johlend von ganz
zuoberst ins Meer fallen. Die Ladung, Autos und Motorräder sowie Container, wird
gelöscht. Einsteigen/Aussteigen; Begrüßung und Abschied. Wir schauen noch, wie
das Schiff wieder ablegt und kommen uns nach dem Beobachteten recht albern vor
in unserem winzigen Dingi. Aber es war ein toller Ausflug auf Huahine ‑
mir ämmel hat's
gfalle!
03.11.03
Der
heutige Morgen verspricht vom Wetter her doch einiges. Wenige Wolken zieren den
Himmel. Sie färben sich mit der aufgehenden Sonne von rosa über orange zu gelb
und ziehen
majestätisch über uns hinweg. Alois, unser Koch, macht gerade Tee und Kaffee.
Eine schöne und v.a. friedliche Stimmung. So langsam schält sich die
Mannschaft aus der Koje ‑ ich liebe diese morgendlichen Momente auf dem
Schiff, liebe es, einfach Zeit für mich und meine Gedanken zu haben. Das
einzige Geräusch, das diesen Frieden „stört", ist das Knarren der
Ankerkette, die sich an den Felsen im Wasser scheuert. Wir beschließen, außerhalb
des Riffs um Huahine herumzusegeln. Der Wind bläst aus SE und zwar mit ca.
durchschnittlich 8 Kn böig auffrischend. Dies verspricht doch ein interessanter
Törn zu werden, schließlich soll, bei all den schönen Buchten, das Segeln
nicht zu kurz kommen. Vielleicht können wir am Abend in der schönen Bucht im S
der Insel (AVEA-Baie) ankern. So starten wir gegen 08.10 Uhr und freuen uns auf
das Unbekannte. Wir erleben gleich zu Beginn unseres Törns ein richtiges
Wellen-Rodeo. Toll,
so über die Wellen zu hüpfen. Es wirft uns hin und her und das Wasser spritzt
z.T. hoch über den Bug. So toll die Wellen, so konstant der Wind und wir kommen
flott voran. Plötzlich aber schläft der Wind ein ‑ eine Flaute. Schade!
Wir nehmen vor der Südspitze Huahines den Motor zu Hilfe und laufen gegen 16.45
Uhr in der Passe Avapeihi ein. Der erste Ankerplatz erweist sich als
unkontrollierbar tief und so fahren wir ein Stück weiter ‑es wird sich
schon ein Plätzchen für uns finden.
04.11.03
Nach
einer böigen unruhigen Nacht, der Wind blies zwischendurch mit über 30 Kn,
finden wir uns alle an Deck ein. Alois versucht, mit dem restl. Wasser ‑
wir müssen heute unbedingt Wasser tanken ‑ Kaffee und Tee zu kochen. In
der Kombüse wird es heiß,
wenn man die Fenster nicht öffnen kann, und heute bläst der Wind bei offenem Bullauge
sogar die Gasflammen wieder aus.
Der Wind hat auch was Gutes: Heute ist natürlich tolles Segelwetter und wir
brauchen für die Überfahrt nach Raiatea nur ca. 4 1/2 Stunden (sonst ca. 9
Std.). Es ist wie verhext: Immer dort, wo ich mich hinsetze oder liege, schwappt
das Wasser über. Ich werde x-mal eingeweicht. Gottseidank ist der Pazifik 27 °C
warm, das macht die Naturdusche zu einer willkommenen Abkühlung. Wir sind so früh
in UTUROA, dass es noch für einen Salatteller und ein gemütliches Beizli
reicht. Dann heißt es einkaufen, Wasser tanken und schon sind wir wieder weg.
Das Landleben scheint nichts für uns zu
sein. Wir setzen über nach Tahaa und suchen uns den altbewährten Bojen-Platz
in der
Apu Baje.
5.11.03
Nach
einem kühlen Abend oder war es die gestrige Sonne, die mir die Kühle
der Nacht
als „Kalt" erscheinen ließ ‑ rappelt sich die Crew gegen 06.00 Uhr
an Deck zusammen.
Die leeren Flaschen an Deck lassen tief blicken. Im Moment herrscht mal nicht
nur auf See Flaute. Alois braut seine Medizin, genannt Kaffee und Tee, danach
kommt hoffentlich bei der Crew etwas Wind auf. Jetzt beginnt es auch noch zu
regnen, deshalb
also auch das fallende Barometer. Die Chancen auf besseres Wetter sind auf
offener See größer und so beschließen wir, nach Bora Bora zu segeln od.
besser zu motoren.
Hier, auf dem spiegelglatten Wasser zu dümpeln, bringt ja auch nichts.
So
fahren wir los ‑ im Moment können wir unser Ziel nicht sehen, wir müssen
erst durch die sich drohend vor uns aufbauende Regenwand durch. Schon rauscht
das Wasser auf uns nieder, als der Steuermann „Land in Sicht" meldet.
Unsere Vermutung war richtig, Bora Bora zeigt sich von seiner Schokoladenseite.
Als jetzt sogar noch der Wind auffrischt, können wir endlich Segel setzen und
Kurs 297° einschlagen. Unterwegs gibt's die restlichen Pouletflügeli von
gestern Abend. Allen macht es Spaß, die
Knochen ‑ wie die alten Römer ‑ nach hinten in das Meer zu schmeißen
- ein bisschen
Piraten-Stimmung muss schon sein.
Wir
bemerken einen Regenbogen um die Sonne. Beat bezeichnet das Naturphänomen als
„HALO" - wir staunen alle, keiner hat das bis heute gesehen - kreisrund
hat sich das „Ding"
um die Sonne gelegt. Die
Einfahrt zum Jacht-Club Bora Bora - wir haben dort eine Boje reserviert - präsentiert
sich wie schon das letzte Mal phänomenal. Es ist und bleibt ein schönes
Flecklein Erde. Harald, Alois, Beni und ich gehen an Land und nach einer ¾-Stunde
Fußmarsch erreichen wir das Dorf, eine interessante Abwechslung. Das Taxi
bringt uns und unsere Einkäufe zum Jacht-Club zurück. Noch schnell schwimmen
und dann ab in die Küche, Abendbrot zubereiten
unter der Anleitung des Küchenchefs.
06.11.03
Gemäß
Wetterbericht hätten wir eigentlich diese Nacht ein Sturmtief mit 100 km/h Wind
erwartet. Dem war aber nicht so und Bora Bora zeigt sich heute in seiner ganzen
sonnigen Pracht. Blauer Himmel, leiser Wind und Hunderte von Güggeln, die alle
ihr Bestes geben: „Kikeriki!" Um 05.15 Uhr bin ich deshalb schon an Deck
und genieße den Güggel-Chor für hundert Stimmen. Aus der Küche duftet es
wieder nach Kaffee, der Alois geistert auch schon herum.
Unser
WC ist verstopft ‑ nichts geht mehr. Walti muss die ganze Pumpe
auseinandernehmen, nicht gerade eine angenehme Arbeit. Keiner beneidet ihn um
diesen Job. Schieße ‑ im wahrsten Sinn des Wortes. Resultat: Dichtung
defekt. Beni + Harald gelingt es, unsere Basis zu verständigen. Ersatzteile
folgen, allerdings erst morgen Nachmittag.
So müssen wir uns überlegen, was wir unternehmen wollen. Schnorcheln und Baden
ist angesagt. Wir wollen zum Motu Teveiroa im NW der Insel übersetzen und dort
vor Anker gehen. Für den kurzen Schlag nehmen wir den Motor ‑ diesmal
lohnt sich der kurze Weg wirklich. Uns bietet sich eine atemberaubende Kulisse.
Im Hintergrund erheben sich die Berge von Bora Bora und vor uns Südsee pur: Ein
Palmenstrand an einer hellblauen Türkis-Lagune.
Gleißendes
Sonnenlicht, stahlblauer Himmel, rauschender Palmenhain. So habe ich mir
die Südsee vorgestellt. Links vor uns einer jener berühmten Hotelkomplexe mit
Bungalow über dem Wasser, die Traumhäuser scheinen allerdings nicht groß
besetzt zu sein - ob hier wohl die Preisspirale oben angeschlagen hat? Uns ist
es egal, wir genießen diese Umgebung, jeder für sich, lesend, träumend, dösend
und faulenzend. Jetzt sind wir ein Teil der Südseeprospekte von Kuoni-Reisen!
Gegen
16.00 Uhr setzen wir ins Nobelhotel über. Gleich ziehe ich los, alles dem
Strand entlang. Einsam ist die Gegend und gottverlassen aber wild romantisch.
Meine einzigen Begleiter sind Hunderte von Krabben, die mich ganz genau
beobachten und wegflitzen, sobald ich mich nähere. Ich erreiche die Nordspitze
des Motus, weiße Strände, Palmen und
klarstes Wasser ‑ wer käme da nicht ins Träumen. Ich bemerke eine kleine
Hütte aus der Rauch qualmt. Die Hunde bekläffen mich zuerst, dann rennen 3
Schweinchen auf mich zu. Aus der Hütte tritt eine ,Dame'. „Bonjour
Madame!" Ich frage nach dem Weg. Sie zeigt mir ihr strahlendstes Lächeln
und deutet mit der Hand in den Dschungel. O.k.! O.k.! ich habe verstanden und
auf geht's, weiter nach Westen. Der Weg ist
weit, die Sonne brennt und ich stapfe auf der Westseite, die sich von der
Vegetation total anders zeigt, den Strand entlang und biege dann ab, um über
Melonen-, Peperoni und
Auberginenfelder das Hotel wieder zu erreichen. Sorry Kollegen, bin etwas zu spät,
aber Harald holt mich trotzdem mit dem Dingi über. Es war einer jener
Traumtage, den ich
so schnell nicht vergessen werde.
07.11.03
Früh
zu Bett und mit der Sonne aufstehen, das ist auf diesem Törn das Motto. So sind
wir alle sechs Uhr in der Früh, bewaffnet mit Kaffee und Tee, an Deck und
bewundern die
schöne Umgebung. Unterbrochen wird diese morgendliche „Andacht" von
einem kleinen Hüngerchen, das wir mit Birchermüesli bekämpfen. Dann, gegen
09.00 Uhr machen
wir das Dingi flott und fahren zu einer kleinen Halbinsel, ein herrliches Plätzchen
‑ hier lässt sich's gut sein. Die Tageshitze zwingt uns gegen Mittag zur
Rückkehr. Mittags ist es fast nicht auszuhalten, nur im Schatten kann man der sengenden
Sonne etwas ausweichen.
Wasser
nachtanken im Jacht-Club. Das Anlege-Manöver erweist sich wegen
des Windes und des äußerst kurzen Steges als recht heikel und nur mit Mühe
gelingt es uns, das Boot am Steg und an der Boje festzumachen. Wir fahren weiter
an den Landungssteg
der Hauptstadt, dort sollten ja die Ersatzteile für unser WC eintreffen. So schlendern
wir in der Hitze des Tages von Schatten zu Schatten und von Beiz zu Beiz. Gegen
vier Uhr gehen wir, d.h. Alois und ich, einkaufen und ergattern, nebst anderem,
eine 13 kg schwere Wassermelone. Sie wird Dessert, Frucht, Birchermüesli und
Zwischenmahlzeit für die restlichen Tage. Wir laufen wieder aus und suchen uns
einen Ankerplatz für die Nacht ‑ die letzte Nacht auf Bora Bora. Diese
Insel ist wirklich eine Reise wert, v.a. wenn man so Glück mit dem Wetter hat.
08.11.03
Die Ersatzteile für unser WC sind pünktlich eingetroffen, bloß, nach deren
Montage geht immer noch nichts. Wahrscheinlich ist die Leitung verstopft. So
benutzen wir weiterhin das große, gemeinsame WC, das Meer. Walti schwitzt wie
ein Bär bei jedem Versuch, unser Scheißhaus wieder flottzukriegen ‑
nichts zu machen. Wir werden heute Richtung Tahaa/Raiatea auslaufen, so langsam
sollten wir in die Nähe der Basis kommen, die nächste, letzte Woche wird kurz.
Gegen 07.45 Uhr laufen wir aus, adios Bora Bora! Wir fahren an unserer/meiner
Trauminsel vorbei und genießen die gemütliche Fahrt bei ca. 2.5 kn. Plötzlich
fällt der Wind zusammen ‑ Flaute. Der Wind kommt und geht. Endlich, nach
ca. 2 1/2 Stunden frischt er wieder auf und dann geht's los mit guten 6 kn
‑ aber ach! Alles Gute hat seine Kehrseite, es beginnt zu tröpfeln
und bald schon weint der Himmel mit!
Trotzallem
gibt es heute an Bord etwas zu feiern. Beat, unser zukünftiger B-Schein-Inhaber
hat bei dieser Überfahrt endlich die benötigten offiziellen 1‘000 Seemeilen
geschafft. Wir gratulieren alle recht herzlich und bedanken uns schon jetzt für
den feinen Tropfen, der natürlich von allen Seeleuten erwartet wird. Beat hat
jetzt lange genug ausgeharrt
und Hänseleien einstecken müssen.
Vom heutigen Ankerplatz sehen wir nicht viel, da der Himmel wolkenverhangen ist
und es immer noch leicht nieselt. Das Wetter bessert erst, als der Vollmond
erscheint und sein Licht über die Bucht von Tahaa, genauer der lle Tehotu ergießt.
Die ganze Umgebung ist in silbriges Licht getaucht, das glasklare Wasser, sonst
tintenschwarz, lässt sogar den Blick auf den Grund zu. Für Romantiker die
Nacht der Nächte.
09.11.03
Gerade eben erwischen wir Frau Luna noch, wie sie sich im Westen verabschiedet
und das Firmament für die Sonne freigibt. Erst heute werden wir uns der
Naturschönheiten, die
uns umgeben, bewusst.
Unser
WC macht uns immer noch Sorgen. Das Abflussrohr ist total verkalkt, sodass es
sogar entzweibricht, als Walti und Beat es ausbauen. Nun, wir haben noch wenige
Tage auf See und werden uns halt wie gehabt behelfen.
Wir
werden doch noch versuchen, die Insel Tahaa zu umrunden und verschieben unseren
Ankerplatz nordöstlich. Es soll dort einen Bojenplatz für Restaurantbesucher
geben. Das Wetter spielt mit, wenn auch der Wind heute wieder Sonntag hat.
Morgen müssen wir auf alle Fälle Rajatea anlaufen: Einkaufen ist angesagt
und der erste Mann wird uns verlassen. Harald geht von Bord ‑ er möchte
sich Tahiti auf eigene Faust anschauen und opfert dafür die letzten 2 Törntage.
Das
von uns ausgesuchte Restaurant ist geschlossen, auch finden wir die
eingezeichneten Bojen nicht und müssen zudem höllisch aufpassen, um nicht auf
den Korallenbänken aufzulaufen. Kurz entschlossen fahren wir zur Baie Apu/Pte.
Toamaru, dem Ort, den wir schon kennen. Dort gibt's schließlich auch ein
Restaurant. Aber ach! ‑ Wir haben heute kein Glück. Wegen Sonntag
Restaurant zu ‑ nur die Bar hat geöffnet. Zerknirscht braten wir uns eine
Rösti mit Spiegeleiern. Meine Kumpels fahren dann doch nochmals zur Bar ‑
sie wollen noch einen (oder mehrere) Schlummertrunk zu sich nehmen.
Mir sagt das Barleben nicht allzu viel und so bleibe ich als Bordwache zurück
und kann die Ruhe der Bucht genießen.
10.11.03
Freiwillige
Tagwache wie immer gegen 05.30 Uhr. Wir beschließen, Harald direkt am Flughafen
Raiatea
mit dem Dingi abzusetzen, somit hätte er einen Tag mehr auf Tahiti und wir wären
frei und könnten noch etwas auf und um Raiatea rumschippern. Bereits um 07.00
Uhr stehen wir vor der Insel und Harald verabschiedet sich bis Donnerstag. Mal
sehen, ob er heute noch einen Flug kriegt. Bis zur Rückkehr des Dingis müssen
wir halt warten. Tuut! ‑ Tuut! Wir müssen flüchten. Wir stehen genau in
der Anflugschneise des
Flughafens. Vom Pistenrand blinken und hupen uns zwei Autos zu. Jetzt aber nix
wie weg! Wir finden in der Nähe der Marina eine Boje und eben, als wir
festmachen, kommt Beat
mit dem Dingi und wir können einkaufen gehen. Harald hat den 08.00 Uhr Flug erwischt.
Gegen 12.00 Uhr haben wir nachgetankt, Wasser aufgefüllt und gefrühstückt. Wir
verlassen Uturoa und segeln SE nach Faaroa, eine Bucht an der Ostküste. Wieder
einmal darf ich über Funk eine Boje bestellen: „Sunsail, sunsail de Maito,
repondez!" Alles i.O. wir dürfen über Nacht liegenbleiben. Die Bucht
zeigt ein interessantes Detail, das wir erkunden wollen. Eine Flussmündung die
mit dem Dingi „erforscht" werden kann. Am Ende muss ein kleines
Restaurant ,La croix du sud' sein ‑ dort wollen wir eigentlich
zu Abend essen.
Wir
machen also, nach Ankunft, das Dingi flott und versuchen Richtung Flussmündung
zu starten. Richtig gelesen: versuchen! Der blöde Motor springt einfach nicht
an. Schlussendlich reißt auch noch die Anlass-Schnur, wir paddeln zurück zum
Boot.
Walti kann die Schnur wieder fixieren und endlich tuckert der Motor los. Jetzt
geht's Richtung Flussmündung. Das Wasser wird trüb und braun, tuck, tuck, päng!
Wir stoßen mit der Schraube an, d.h. für uns wieder umdrehen ‑ schade,
das Wasser ist zu seicht, selbst
fürs Dingi. Also, nächster Punkt Abendessen. Wir kommen sogar an Land, nach
einigen Fehlversuchen mit dem Dingi-Motor, und genießen in netter Umgebung ein
polynesisches Abendessen: Salat mit verteufelt scharfer Sauce, Avocados und
einer Art Frühlingrolle, zum Hauptgang Fisch an Vanille-Sauce, Kartoffeln und
Reis. Zum Dessert
gibt's entweder Schoggikuchen mit Vanille-Eis oder frische Ananas.
11.11.03
Als
ich an Deck komme, beseitigt Alois die Spuren der letzten Nacht. Wir beide
genehmigen uns einen Morning-Tea und ein Müesli. Noch keiner der Kumpels lässt
sich blicken, es ist schon spät; 06.45 Uhr ‑ sie müssen eine harte Nacht
hinter sich haben ‑ lassen wir sie ruhen, damit der nächtliche Geist sich
verflüchtigen kann.
Gegen
09.00 Uhr laufen wir aus. Zufolge des hohen Seeganges lassen wir das Reff im Großsegel.
Der Wind treibt uns mit ca. 14 kn südwärts und nach ca. 2 Std. reffen wir aus.
Wir kommen sogar in den Genuss „Schmetterling" zu fahren ‑ im S der
Insel Raiatea müssen wir natürlich kurswechseln und haben so den Wind von
achtern. Unser Ziel, die Passage Pemareoa. Wir möchten den letzten Segeltag
noch voll ausschöpfen ‑ klar bei so tollem Wind.
Da
wir vor der Zeit an der Passage sind, beschließen wir den Tag voll auszukosten
und noch weiter N zu segeln, d.h., Raiatea ganz zu umrunden. Bei den jetzt
durchschnittlich 16 kn Wind machen wir gute 5.5 kn und dies bei relativ ruhiger
See, das reinste
Vergnügen.
Wir
ankern schlussendlich, nach einem Tagestörn von ca. 33 Meilen (!), in 4‑5
Meilen Entfernung zu unserer Basis. Somit brauchen wir morgen nur noch einen
kleinen Schlag zu tun, bevor es dann heißt: „Packen und Schiff
besenrein". Happy Landing haben wir, v.a. der Steuermann Uwe, verdient.
Fürs
Nachtessen überrascht uns Alois mit wunderbaren selbstgemachten Eierspätzle.
Alois! Es war ein Gedicht.
Rezept
für Spätzli à la Maito
4 Eier
2
dl Milchwasser
500
g Mehl
Muskat,
Salz, Pfeffer
alles zu zähflüssigen Teig verarbeiten
Genügend kochendes Salzwasser oder Bouillon
Die Spätzli dazugeben, bis sie auftauchen. In Gratinform mit Zwiebelschweize
und Käse überbacken.
12.11.03
Tagwache
letzter Tag 06.00. Es gießt aus Kübeln, so als wolle Raiatea den
Abschiedsschmerz
etwas mildern. Nach dem Frühstück beginnen die ersten mit Aufräumarbeiten und
v.a. mit Packen. Walti wartet eine Regenpause ab, um das leicht lädierte Dingi
zu nähen, die Maito wird auch gegen außen etwas „revidiert", es fällt
dann nicht so auf, wenn wir einlaufen. Die schwarzen Flecken vom Gummisteg in
Bora Bora und Uturoa müssen ja nicht gerade für jeden sichtbar sein!
Dann
geht die Packerei richtig los. Sogar unsere Regenbogen-Flagge musste schon
weichen, das sichere Zeichen, dass der Törn nun endgültig seinem Ende zugeht.
Schön war es in der Südsee, wir haben viel erlebt. Dank gebührt unserem
Skipper Walti, der uns durch die Südsee geschippert hat, und auch Alois,
unserem Schiffskoch, der einen wichtigen Teil zum guten Gelingen dieser Fahrt
beigetragen hat.
