Karibik
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Gay - Segeltörn durch die kleinen Antillen, Windward Islands
von Martinique zu den Grenadinen

2 Wochen ab 28.Januar bis 11. Februar 2012

Es gibt wohl auf der ganzen Welt kaum ein Reiseziel, das so viel Abwechslung, landschaftliche und kulturelle Vielfalt bietet und besonders für Segler einen solchen Wohlklang hat wie die Karibik - die kleinen Antillen.

Traumhafte Buchten, märchenhafte Unterwasserwelt, buntes multikulturelles Treiben in den Orten, herrliches Wetter und perfekte Windverhältnisse lassen einen Segelurlaub zu einem überwältigenden Erlebnis werden.

 Wir trinken Cocktails aus weißem Rum: Planteur.

Es ist das Paradies - individuell in kleiner Crew: wir wollen genießen - Du hast es dir verdient!
 

Zu unseren Zeiten sind Hurrikans nicht mehr möglich, 
die sind klimatisch und zeitlich begrenzt.

Unser Segelrevier

Revierbeschreibung:


Etwa so sieht unsere Reise aus

.Erlebe die pulsierenden  Karibischen Kleinstädte. 
Start ist in Martinique, südwärts besuchen wir St. Lucia, St. Vincent, (
hier wurde "Fluch der Karibik" gedreht), Bequia, Mustique, Canouan, Union Islands und unzählige Grenadineninseln. Wir schnorcheln am Horseshoe-Riff, in den Tobago-Cays, wo wir am Strand frisch gegrillten Lobster genießen, lernen die schönsten Inseln und ihren ganz persönlichen Charme kennen.

Die Grenadinen - wahre Perlen der Antillen, leben inzwischen fast ausschließlich vom Yachttourismus.
Schöner können Natur und Unterwasserwelt kaum sein. Wenn es auf dieser Erde einen Ort gibt, den man als "tropisches Paradies" bezeichnen kann, dann sind es die Grenadinen und insbesondere die Tobago Cays. Hier begegnen wir Ammenhaien, Schildkröten, Barrakudas, Mantas, Papageienfischen und der ganzen prächtigen Vielfalt der Korallenfischen und Korallen.
Weiße Strände, türkisfarbenes, kristallklares Wasser, Palmen, gastfreundliche, herzliche Menschen und ein liebenswertes Ambiente in den Urlaubsorten.
Viele der über 100 Inseln und Inselchen sind unbewohnt oder verfügen nur über wenige Häuser.
Die Verträumtheit der Inseln wird noch lange erhalten bleiben, denn eigentlich können an vielen Orten nur Yachties die Inseln erreichen.
Land ist dort immer in Sichtweite und die Segelbedingungen sind optimal. Tauchen, Schnorcheln, Segeln, den Sundowner in einer Welt ohne Stress genießen. Schöner kann es nicht sein.

 

Auch Landgänge werden wir machen, Vulkane besuchen, wer will, die Pitons besteigen etc. Viel Baden, Schnorcheln in den warmen Lagunen. Den extremen Unterschied von sehr reich und größter Armut werden wir vorfinden und mancher macht sich seine Gedanken dabei. 

Ein kurzes Video über unser Segelgebiet. 
Besten Dank an unsern Partner Dream Yacht Charter.
Diese äußerst gepflegten Yachten vermitteln wir über unsere Yachtagentur.

Klick für Video

                

   


Unten:
Der grosse- und kleine  Piton, das Wahrzeichen von St. Lucia


Teilnehmer:
Schwule und Bi-Männer, auch schwulenfreundliche Männer sind willkommen, keine Frauen an Bord.

Sicherheit:
Diese Destination kenne ich sehr gut, ich bin jedes Jahr 2 bis 4 Wochen da. Dazu ist meine Hochseeerfahrung sehr groß, jährlich ca. 5‘000 Seemeilen (gegen 10`000 Km) auf den ganzen Globus verteilt. Auch ein Schweizer Stammgast, sehr erfahren, der die Karibik ähnlich gut kennt, ist angemeldet.

Törnpreis
für beide Wochen, Euro 1`590 oder CHF 1‘950.-
 pro Person in Doppelkabine, 
Inkl. Skipper, Schnorchelausrüstung, Versicherungen usw.
Anzahlung Euro 500 oder CHF 700, Restzahlung bis 6 Wochen vor Törn.

Nebenkosten: 
Flug mit Air France ab Deutschland (Beispiel München)  z. Z. . Euro 750 inkl. Taxen, ab CH - Zürich.  Fr. 1`400 (Flugpreise Stand: 18. Nov.  2011)
Bordkasse am Ort für unsere Verpflegung, Getränke, Hafengebühren, Bettwäsche, Stützpunktabgabe, Endreinigung, Diesel je nach Ansprüchen der Crew, rechne  bis ca. 300 Euro für beide Wochen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern zahlt der Skipper ebenfalls in die Bordkasse ein.

An- und Rückreise mit Air France:  Neu, kein Flughafenwechsel in Paris. (alles Ortszeiten)
Nachfolgende
Flüge habe ich und  weitere Teilnehmer bereits gebucht.
Anreise: Samstag, 28. Januar 12 ab deinem nächsten Flughafen nach Paris CDG  (Ab Zürich um 13.30 mit AF 5103)
CDG ab um 16.10 mit AF 3570 nach (FDF) Fort de France, Martinique. Ankunft 19.55. 
(1 Gast fliegt
mit  http://www.aircaraibes.com  TX512 ab Orly am Sa 28. Jan. 14.50 h , Fort de France an 18.40 Preis € 644 ab Paris, beide Wege inkl. Taxen)
(Auch auf AF 3552 um 13.25 ab Orly ist ein Gast von uns)

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Rückreise: Freitag Abend, 10. Februar um 22.20 mit AF 3567. Ankunft Paris CDG am Samstag um 11.15. (nach Zürich um 12.50 mit AF 5104)
Durch den Rückflug Freitagnacht wird der Törn nicht verkürzt, wir ersparen uns lediglich einen langweiligen Tag in Fort de France, zudem einiges günstiger.

Aktuell auf http://www.airfrance.ch/   http://www.airfrance.de/   (Zielflughafen Abkürzung FDF)
Es steht dir natürlich frei mit einer andern Fluggesellschaft oder zu andern Zeiten fliegen. Z.B.
http://www.aircaraibes.com

Verlängerung auf Martinique:
Individuell kannst du den Aufenthalt auf Martinique verlängern, vielleicht schließt sich dir noch jemand aus der Gruppe an.

Ein Tagebuch eines Crewmitgliedes vom Karibiktörn im Jahr 2002 klick hier

Allgemeines 

Mitnehmen: Es genügt leichte Sommerbekleidung, jedoch gehört auf einen Segeltörn immer ein warmer Pullover und ein wasserdichter Regenschutz. Regenfälle kommen zwischendurch vor, jedoch nur für ganz kurze Zeit, danach scheint die Sonne bereits wieder. Diese Regeneinlagen kann man in der Badehose durchstehen, noch besser ohne. Wichtig ist Sonnencreme mit einem hohen Schutzfaktor. Leider schleppen die meisten Teilnehmer viel zu viel mit und ärgern sich nachträglich. (Segelausrüstung brauchst du nicht zu kaufen.)
Währungen: Auf Martinique, Euro und alle üblichen Karten, auf dem Weg Karibische Dollar (unterwegs wechseln)
Einreisepapiere: kein Visum, Reisepass ein halbes Jahr über Rückreisedatum hinaus gültig.

 

Unser Katamaran, eine Lagoon 380 S2, 3 Jahre jung. Platz für 10 Leute. 
Wir bieten großzügige Platzverhältnisse, max. 8 Teilnehmer
Was für ein Schiffsname "ONLY LOVE

Länge(m)

12.00

Treibstoff(ltr)

250

Breite (m)

6.50

Wassertank(ltr)

560

Tiefgang(m)

1.20

Kabinen + Salon

4+2

Verdrängung(t)

6.60

Kojen

10

Segelfläche(qm)

90.00

WC/Nasszellen

2

Motorisierung

Volvo 2x29 PS

 

 

Karibische Impressionen

 

Hast Du Fragen? 

Zum Anmeldeformular  

Natürlich darfst Du mich auch gleich selber anrufen:  +41 (0) 44 975 29 42
Täglich von Mo bis So 9.00 bis 19.00 Uhr (Ausnahmen möglich)

Virgin Islands (zur Zeit nichts geplant)

Über 60 Inseln bilden den Archipel der „British Virgin Islands“, ein traumhaftes Revier für Segler und Wasserenthusiasten. Der Passat weht beständig und die umliegenden Riffe halten den Atlantikschwell fern. Wir segeln in einem geschützten Nationalpark mit einer fantastischen Unterwasserwelt, die wir mit Schnorcheln entdecken können.

Unser Segelrevier, wobei wir keine US-Inseln anlaufen werden.

 

Karibik Leeward Islands
Zur Zeit nichts geplant

Von Martinique bis St. Martin, evtl. umgekehrte Route, je nach Verfügbarkeiten der Yachten

Oneway-Törn (Start und Ziel an verschiedenen Orten)

Gaytörn Karibik, Windward Islands, 15. Febr. bis 2. März 2002

Aus dem Tagebuch des Crewmitgliedes Jürg Zbinden, Paracelsus-Apotheke
Langstrasse 122  8004 Zürich, ein interessanter Reisebericht.

Abreise 15.02.02 

Nach einem langen Flug landen wir total erschöpft in Fort de France. Die schwüle Tropen-Nacht empfängt uns mit all ihren Düften und Liedern. Leider fehlt das Gepäck von Skipper Walti und ich helfe ihm bei den Formalitäten – er tut sich schwer mit dem Französisch. Eine rasante Fahrt mit dem Reederei-Bus beendet unseren Reisetag – endlich sind wir an Bord. Wir puffen das Nötigste ein und genehmigen uns noch einen Schlummertrunk in der Hafenkneipe. Bald wird es ruhig an Bord. Die erste Nacht schlafen wir zwar unruhig – weil ungewohnt ..

16.02.02 

... aber der nächste Morgen ist ganz nach unseren Vorstellungen – einzigartig. Sanfte Hügel umschließen den Hafen, eine leichte Brise weht uns um die Ohren, es duftet nach Salz und Algen und die aufgehende Sonne streichelt unser Gesicht. Langsam beginnt Le Marin Port zu leben, die ersten verschlafenen Gesichter kriechen aus den Kojen – endlich, die See hat mich wieder.

Ein grundlegendes menschliches Bedürfnis macht sich breit: Hunger und Kafi-Gluscht. Wir suchen Zuflucht in der Hafenbar: die erste Enttäuschung "en ce moment pas de café"! Also suchen wir uns – allerdings erfolglos – ein nächstes Beizli und landen, komplett verschwitzt nach einer ½-stündigen Odyssee wieder im ersten Spunten. Zur Belohnung gibt’s auch wieder Tartine und Croissants, Milchkaffee, Eier und Orangensaft – jetzt ist die Welt für uns in Ordnung! Die Gruppe trennt sich nach dem petit déjeuner. Hanspeter, Fritz und ich besorgen den Einkauf. Wir stopfen das Schiff für ca. 400 Euro mit Lebensmitteln voll, während unsere 3 Techniker Beat, Christian und Skippper Walti sich um das Schiff kümmern. Im Moment ist Luc an Bord, er erklärt die technischen Belange und ist als Reederei-Vertreter für die Bootsabnahme verantwortlich. Während der Skipper Büroarbeiten mit der Reederei erledigt, machen wir Mittagessen: Tomaten-Gurkensalat. Der Cocktail, Fruchtsaft mit braunem Rum, mundet allen und auch mein Salat wird weggeputzt. Ich begleite Walti nochmals aufs Büro, wir deponieren die Flugretour-Tickets zur Rückbestätigung und fragen erneut nach seinem Gepäck: NICHTS! Also stechen wir in See in eine nahe liegende Bucht und werfen nach kurzer Motorfahrt den Anker. Hier werden wir die erste Nacht verbringen, morgen sehen wir weiter. Die See ladet zum Bade und wir stürzen uns, so wie wir zur Welt gekommen, ins ca. 26 °C warme Wasser. Vom Wasser aus ist unser Schiff noch majestätischer – eine stolze Jacht, wir sind alle zufrieden. Den Happy-Landing-Drink haben wir alle verdient: Rosé und Nüssli. Die Bucht, in der wir liegen, liegt am Fuße von bewaldeten Hügeln und ist mit Palmen umsäumt. Leise dümpeln wir auf den Wellen – eine einzigartige Ruhe umschließt uns und der Zauber der Karibik lässt sich erahnen. Die Mannschaft hat beschlossen, an Land abendzuessen. Beim Eindunkeln machen wir uns landfein und unsere "Techniker" machen das Dingi (Beiboot) parat. Schon das Einsteigen ist ein Abenteuer und so tuckern wir durchs tintenschwarze Wasser – über uns erstrahlen Tausende von Sternen – Richtung Anlegeplatz. Eigentlich geht alles gut, bis auf die letzte Welle, die erwischt uns auf Holländisch: van hinten. Meine Hose ist klitschnass. Aber bei diesen Temperaturen no problem. Das Restaurant entschädigt uns für das nasse Fudi und wir verbringen 2 Stunden mit Lachen und Schmausen, das Festmahl wird musikalisch von Ziegen- und Glocken-Fröschen untermalt, und Christian ist so lieb und entgrätet meinen Fisch – herrlich. Die Rückfahrt zur "Loch Aventure" (Yachtname) wird wiederum feucht und ich hänge meine Hose in die Takelage. Bis zum Morgen ist mein Beinkleid wieder trocken. Natürlich erfordert das erfolgreiche Anlegen mit dem Dingi einen Happy-Landing-Drink – es wird ruhig an Bord. Gute Nacht Freunde.

17.02.02 

Schon graut der Morgen. Die See ist noch violett-blau. Wie große Schiffe fahren die Wolken über uns vorbei. Sie färben sich erst rosa, dann orange übergehend zu gelb nach weiß und schon bald küsst mich Frau Sonne, eine ganz tolle Stimmung. Nach und nach kriechen meine Kumpels aus den Kojen, der Duft von frischem Kaffee weht über Bord, wir machen Frühstück.
Ich muss zur Reederei funken von wegen Waltis Koffer. Immer noch nichts. Wir beschließen zurückzufahren, schon wegen des Trinkwassers – die blöden Kerls haben vergessen aufzufüllen. He nu, wir sind in den Ferien und haben Zeit.
Die Reederei meldet sich nicht und nach ca. 1 Std. unter Motor legen wir erneut in Le Marin an. Ich finde schnell das Internetcafé und freue mich auf die Nachrichten meines Freundes Daniel. Der Skipper hat halt jetzt immer noch kein Gepäck und wir stechen nun definitiv in See. Jetzt geht’s los: Großsegel und Genua sind bald gesetzt, Position der Segel: Schmetterling, da Wind von achtern und ab geht die tolle Fahrt. Ich spüre ein etwas seltsam flaues Gefühl in meinem Magen und muss für die nächste Zeit das Festland fixieren. Trotzdem ist es herrlich, durch das Wasser zu gleiten. Windstärke böig 3‑4 achtern. Die See wird rauer und erste Gischtspritzer schwappen über Deck. Keine Zeit mehr zum Schlechtwerden. Wir steuern eine Bucht an, die hinter dem Pte.de Diamant, immer noch auf Martinique, liegt. Das Wasser ist glasklar, die Umgebung einfach herrlich. So lungern wir nach dem obligaten Bade an Deck herum und genießen die Ruhe, die nur vom machohaften Knattern der Jetskis aus dem nahen Dorf unterbrochen wird.

18.02.02 

Der Skipper ist heute als erster wach. Herrlich duftet der Kaffee und nach einer erfrischenden Morgendusche besprechen wir den Tag. Marigot Bay auf Saint Lucia wird das Tagesziel. Eine Überfahrt auf offener See, diesmal ohne Windschatten. Ich habe beschlossen, präventiv ein Stugeron zu nehmen, man weiß ja nie, nach dem gestrigen "Flauen-Gefühl"-Erlebnissen, resp. Empfindungen.
Nach dem Frühstück geht’s endlich los. Ich übernehme das Steuer – das lenkt etwas ab. Die Wellen gehen ständig höher, ich beginne, trotz Anti-Brechtabletten, meinen Freund Daniel zu begreifen. Oh Gott! Ist mir schlecht! Nach ca. 1 ½ Stunden unter Segeln beginne ich zu reihern. Ziemlich schwierig bei der Krängung. Zum Glück beachte ich den alten Seemanns Spruch: Kotzt du gegen Luv, kommt’s wieder uf - kotzt du gegen Lee, bleibt’s in der See. Puhh! Endlich ist mein Magen leer und sofort geht’s mir besser. Ganz beruhigen kann ich ihn aber nur mit einer Banane und ab jetzt kann ich die Überfahrt genießen. Die Einfahrt Marigot Bay ist ein Traum. Wir setzen die Landesflagge Saint Lucia und die gelbe Zollflagge, welche besagt: "Der Skipper wird noch das Zollbüro aufsuchen!" Absolute Vorschrift. Nach dem Happy-Landing-Drink werden Walti und ich diese Aufgabe erledigen.
Ha, ha! Office closed! Wir verlegen den Zoll auf morgen. Etwas später gehen Fritz, Hanspeter, Christian und ich, die anderen beiden möchten an Bord bleiben, an Land. Wir erklimmen die Anhöhe und kommen zu den "Eingeborenen" ins Dorf. In einer Bar genehmigen wir uns einen Aperitif. Der Rum-Punsch schmeckt zwar ausgezeichnet, aber nach dem ersten ½ Glas beginnt mein Kopf zu surren und ich übergebe das Getränk an Fritz, er ist da geübter. Ein Boy schenkt uns je zwei Heugümper und zwei Vögel, geflochten aus Palmblättern. Über unsere $4 freut er sich und wir marschieren zurück zum Hafen, um uns ein Fressbeizli zu suchen. Das Nachtessen schmeckt herrlich und vollgefressen trollen wir uns zurück an Bord. Alle gehen früh zu Bett, schließlich wollen wir morgen in aller Herrgottsfrühe, gleich nach dem Zoll, weiter.

19.02.02 

Ein herrlicher Morgen! Noch vor dem Frühstück fahren der Skipper und ich zum Zollhäuschen. Wir sind etwas zu früh, es bleibt Zeit um 10 l Wasser zu kaufen. Punkt 0800 Uhr sind wir an der Zollstation, kein Mensch. Es wird 0900/1000, noch immer niemand. Es ist zum Verzweifeln. Es wirft uns das ganze Tagesprogram über den Haufen. Wir müssen das Programm kurzfristig ändern. Statt wie geplant nach St. Vincent überzusetzen, fahren wir halt nun nach Soufrière, immer noch St. Lucia. Dort soll’s auch noch eine Zollstation haben. Wir brauchen die blöden Papiere, um weiterzufahren. Nach dem verspäteten Frühstück wage ich gegen 1100 nochmals einen Versuch, wieder erfolglos. Während ich diese Zeilen schreibe, legen die andern los: Anker frei! Ein Zittern geht durch unser Schiff – wir stechen in See!
Draußen ist nicht viel los, ziemliche Flaute. So setzen wir gar nicht erst Segel – wir benutzen die kurze Strecke, um den Kühlschrank "aufzuheizen", und so tuckern wir über das spiegelglatte Wasser und lassen die Westküste St. Lucias an uns vorüberziehen. Bald schon kommen die beiden Wahrzeichen der Insel näher, die beiden Pitons. Der kleinere der beiden Steinblöcke wird auch als das Matterhorn der Karibik bezeichnet – er ist immerhin 750 m hoch. Steil fällt der Fels ins Meer ab – er tut seine Wirkung, wir sind, trotzdem dass wir alle Größeres gewohnt sind, beeindruckt. Bald schon haben wir Gesellschaft. Ein Rasta-Man verfolgt uns mit seinem Boot. Er wittert ein Geschäft und bietet seine Hilfe beim Ankern an. Wir sind eigentlich ganz froh, sonst hätten wir ans Ufer schwimmen müssen, um das Boot zu vertäuen. Gleich heuern wir ihn an, um mit uns nach Soufrière zu fahren. Bin ob der Pünktlichkeit unseres Taxifahrers erstaunt, fast auf die Minute erscheint der Boy und wir bereiten uns auf die Überfahrt vor. Jetzt geht’s aber rund. Er dreht voll auf und die Küste flitzt an uns vorbei.
In Soufrière erledigen wir endlich unsere Zollformalitäten. Dann haben die Kollegen schon ein Taxi organisiert. Martin, unser Driver, fährt durch den Busch zum Vulkan. Jetzt macht der Name des Dorfes, Soufrière, endlich Sinn. Es stinkt nach faulen Eiern. Die Dämpfe zischen aus dem Krater und kochende Erde wird sichtbar. Kurzes Detail: Im nahegelegenen Touri-WC geht die Tür nicht mehr auf, der arme Kerl muss mit dem Brecheisen unter dem Gejohle der Zuschauenden befreit werden.
Nach dem Riesengelächter fahren wir weiter zum warmen Wasserfall. Kissing, unser Guide, erklärt uns die Vegetation, gibt uns Kakaobohnen zum Lutschen und plappert, was das Zeug hält. Nach kurzen Einkäufen in Soufrière und Besuch im Internet flitzen wir wieder übers Wasser zum Boot. Es lächelt die See, sie ladet zum Bade! Es folgt ein super Abendessen im Strandbeizli. Fritz geht mit der Kellnerin "fremd" ‑ er tanzt Walzer mit ihr, es isch cheibe luschtig!

20.02.02 

Wir sind heute früh auf – heute ist die große Überfahrt von St. Lucia nach St. Vincent. St. Vincent gehört zu den Grenadine Islands. Bei wunderschönem Segelwetter setzen wir unter vollen Segeln über. Ich lasse mich von den Wellen in den Schlaf schaukeln und erwache erst wieder, als Christian Suppe serviert. Schon toll, wenn man sich so verwöhnen lassen kann. Mit 6 Knoten rauschen wir übers Wasser – herrlich das Gefühl!
Von Weitem sehen wir die Insel St.Vincent. Weiche Hügel, überwuchert vom Dschungel, dazwischen verstreut einzelne kleine Hütten. Walti steuert Wallilabou an der Westküste an. Bald schon sehen wir die bekannten, berüchtigten Boat-Boys. Sie rudern wie wild, um mit uns mitzuhalten. Christian am Steuer überfährt beinahe eines der kleinen Schiffchen. Bei der Einfahrt, v.a. beim Vertäuen ist das Puff komplett, wir wissen nicht mehr, welches Tau wo gelöst resp. angezurrt werden muss. Irgendwie wird’s ruhig und fest vertaut liegen wir in der hübschen Bucht. Gestört werden wir nur von den schwimmenden Händlern, sie haben alles zu bieten, von Frauen bis zu Bananen, alles wird verkauft.
Leise legt sich die Nacht über die Bucht, die Lichter flammen auf, der Himmel färbt sich rot. Wieder ein Abend in der Karibik. Die Überfahrt zum Schiffssteg erweist sich wegen des Wellenganges als nasses Abenteuer. Der Anlegesteg schwankt, man kann ihn fast nicht begehen. Warum haben wir auch so Wellengang?
Während des Abendessens schlafe ich fast ein. Die See, die Sonne, der Rum und die frische Luft fordern ihren Tribut. Wieder auf dem Schiff falle ich in die Koje und schlafe wie ein Stein. Ich merke nicht mal, dass der Skipper um 0400 morgens aufstehen muss, weil sich das Nachbarboot von der Boje losgerissen hat und uns beinahe rammt. Walti hält dann Wache und kann uns berichten, wie der Schiffssteg während des Morgens in seine einzelnen Bestandteile aufgelöst wird und diese in der ganzen Bucht verteilt herumschwimmen.

21.02.02 

Die Ereignisse der vergangenen Nacht hinterlassen Spuren. Walti hat sich wieder etwas hingelegt – verständlich! – er ist schließlich seit 0400 Uhr auf.
Wir machen klar Schiff und gegen 0900 Uhr werden wir den Anker resp. die Boje lichten.
Die See ist ruhig und wir müssen noch motoren. Bis unter die Südspitze von St. Vincent ist es flautig. Dann frischt der Wind auf und wir setzen Segel. Vorher bietet sich uns noch ein wohl einmaliges Erlebnis. Ca. 30 Delfine ziehen an uns vorbei. Staunend und voll Freude beobachten wir die Tiere. Dann bläht der Wind die Segel und bei gutem Halbwind dreht Christian den Kahn hart an den Wind. Die Loch Aventure durchpflügt die Wellen, krängt nach Steuerbord und ab geht’s Richtung Süden mit Ziel Bequia – Port Elizabeth in die Admirals Bay. Unterwegs erleben wir alle Schattierungen des tropischen Wetters. Von Osten ziehen schwarze Wolken auf und schon bald peitscht uns der Wind die Regentropfen ins Gesicht. 15 Minuten später ist der Spuk vorbei und wir trocknen wie Kormorane im Wind. Port Elizabeth entpuppt sich als Bijou, dementsprechend ist die Bay auch belegt. Während die anderen ihre Bierchen schlürfen, bereite ich eine Früchteplatte vor. Im Nu ist alles weg, kein Wunder, segeln macht hungrig. Nach der Mittagshitze ist Einkaufen angesagt. Wir rufen uns ein Wassertaxi, der Fahrer nennt sich Glen Miller (sie haben sich alle für die Touris leicht merkbare Namen zugelegt). Er wird uns, wenn wir fertig sind, wieder an geeigneter Stelle abholen. So schlendern wir durch die Stadt und beginnen unsere Shoppingtour auf dem Gemüsemarkt. Wie die Geier stürzen sich die z.T. grauslig aussehenden Händler auf uns. Ich verziehe mich, nichts für mein Gemüt. Nach dem Postoffice und Internet-Café genehmigen wir uns eine 18 Inch Pizza. Wir sind erstaunt, sie schmeckt gar nicht übel. Im Supermarkt geht’s wieder rund. Mei, was wir alles zusammenfressen und -saufen. Michèle, der schwarze Supermarkt-Angestellte, quält sich mit dem Kistenstapler den Hügel runter, direkt am Bootssteg lädt er unsere Ware ab, da ist auch schon Glen Miller wieder. Christian ist noch am Brot einkaufen, somit ergibt sich Gelegenheit, mit dem Taxidriver etwas zu plaudern. Die Sonne versinkt im Meer und Glen bringt uns zur Yacht. Schnell ist alles verstaut, Beat, Christian und Fritz beginnen mit dem Abendessen. Neukreation beim Apéro: Fritz erfindet seinen "geilen Fritz" – dieser Drink, bestehend aus Cola, Ananas- und Orangensaft, Limonensaft und natürlich einem gehörigen Schuss Rum, schmeckt sogar mir. Christian präsentiert seinen Gurken-Bananen-Salat und Beat kredenzt uns Teigwaren mit Saucisson de Strassbourg, entourés avec sauce tomate. Auch mal lustig, an Bord zu speisen. So geht dieser Tag zur Neige, während wir das nächste Tagesziel, Canouan Island, besprechen.

22.02.02 

Nach dem Frühstück legen wir los. Übrigens, die Brötchen, die der schwimmende Bäckerjunge bringt, schmecken recht gut. So tuckern wir mit wenig Wind aus dem Hafen. Hinter uns baut sich eine schwarze Wand auf. Vorsichtshalber legen wir schon mal unsere Regenschütze parat. Plötzlich geht es los und binnen Sekunden sind wir pitschnass. Als wir um den letzten Felsen biegen, hört es auf wie begonnen. Der Himmel reißt auf und der Wind frischt auf! Segel setzen, der Wind pfeifft ins Tuch, die Loch Aventure legt sich gegen Steuerbord und schnellt mit 7 Knoten durch die Wellen. Jetzt trübt kein Wölklein den Himmel, wir installieren uns und legen uns gegen Luv. Kreisch! – Ein Brecher lässt uns eine Volldusche nehmen. Nicht schlimm, es ist nur Wasser. Der Wind und die Sonne trocknen unsere nasse Haut und die Badetücher, während wir den inzwischen schon vertrauten fliegenden Fischen zuschauen und die rasante Überfahrt genießen.
In der Charlestown Bay finden wir ein lauschiges Plätzli zum Ankern, Baden, Planschen und wir schwimmen zu einem idyllischen Sandstrand – der für kurze Zeit unser Privatstrand wird. Es folgt ein kleines Mittagessen mit längerer Siesta. Der Skipper bläst zum Aufbruch, der Schwell lässt die Wasser bedenklich steigen, der Anker ist in Gefahr. Wir wollen an eine Boje für die Nacht. Im "Hafen" haben wir harte Windböen, das Bojenfischen erweist sich als Geduldsspiel. Endlich klappt’s doch noch, fest vertäut schaukeln wir an der Boje. Nach diesem Chrampf ist es wieder Zeit für einen "geilen Fritz". Christian kann’s nicht lassen und wuselt wie wild herum. Resultat: 1 x geiler Fritz für Neptun.
Christian zaubert ein exzellentes Vegi-Curry und wir sinken, trotz oder gerade wegen des heftigen Windes – der unser Schiff an der Boje hin und her schlägt –, müde ins Bett. Es gibt eine unruhige Nacht, die Loch Aventure ächzt, stöhnt und klappert. In der Koje wirft es mich hin und her – wie soll einer da schlafen?

23.02.02 

Das Frühstück machen ist heute mit Tücken verbunden. Der Kafi leert aus, das Kaffeepulver läuft in den Kühlschrank. Immer noch bläst der Wind böenartig, man muss alles festbinden. Gegen 0830 flaut es etwas ab, das Leben an Bord wird erträglicher. Wir werden heute ins Schnorchelparadies Tobago Cays fahren. Noch müssen wir warten, bis die Ankerplätze der letzten Nacht freigegeben werden. So ist heute jeder mit sich selber beschäftigt, die einen fahren mit dem Dingi ins Hotel, die anderen dösen vor sich hin usw. Etwas Muse muss auch sein, werde mir meine Musik in die Ohren schnallen und etwas für mich sein.
Gegen 1000 sind wieder alle an Bord. Wir verlassen die unfolgsame Boje und motoren aus der Bucht. Walti möchte, wegen der uns bevorstehenden Untiefen, genauen Kurs halten. Wie auf einem Schnürchen fahren wir in den Tobago Cays ein. Circa 40 Yachten liegen schon in diesem Naturschutzreservat. Wunderschön präsentieren sich die einzelnen Inselchen. Happy Landing mit Früchten, die allen herrlich munden. Wir planen eigentlich ein Strand-Barbecue, mal sehen, was daraus wird.
Über Funk erwische ich den BBQ-Mensch nicht. Trotzdem wurde mein Funkspruch gehört. Ein Wassertaxi-Driver fragt mich, ob ich den Mr. Fabulous gesucht habe. Er werde es ihm mitteilen. Und schon bald tuckert Fabulous heran. Er bietet uns Lobster, Fisch, Gemüse und Kartoffeln an. Wir schlagen zu und er verspricht, uns gegen 1830 abzuholen. Uns bleibt noch genug Zeit, um zu schwimmen und unsere Bräune zu pflegen. Die anfängliche Bewölkung verzieht sich und wir erleben einen weiteren Tag Karibik pur. Stahlblauer Himmel, türkisfarbenes Wasser, grüne Palmen und weißer Sand. Was gibt es Schöneres, als sich lasziv an Bord zu drapieren, den Blick aufs weite Meer spazieren zu führen und einen exotischen Drink zu schlürfen. Das ewige Schaukeln des Bootes tut sein Übriges und die andächtige Ruhe an Bord, die sich breit macht, zeigt, dass ich nicht allein mit dem Schlaf kämpfe. So ergebe ich mich dem süßen Nichtstun und döse in der Nachmittagshitze vor mich hin, einzige Unterbrechung ein kühler Schwumm im kristallklaren 28 °C warmen Wasser. Pünktlich erscheint unser Boot. Wir suchen unsere 7-Sachen zusammen, Geschirr, Besteck und Getränke werden im Plastiksack verstaut und ab geht’s zum nahegelegenen BBQ-Inselchen. Das Essen ist schon fertig – es geht für unsere Begriffe etwas schnell. Der Lobster ist köstlich, der Fisch noch besser. So viel, dass einige Mühe haben und gar nicht schön aufessen. Ein schnelles, aber gutes Nachtessen auf der Insel.
Ausklang des Tages an Bord bei Bier, Kafi und Fruchtsaft.

24.02.02 

Da ich gestern schon um 2115 in der Koje lag, bin ich dementsprechend schon sehr früh wach und darf einen einzigartigen Sonnenaufgang miterleben. Das Farbenspiel ist unbeschreiblich und wird vom Gekreisch der Seevögel untermalt. Nach und nach kriechen meine Freunde aus den Kojen, wahrscheinlich hat sie mein Kaffeeduft geweckt. Nach dem Frühstück kaufen wir bei einem schwimmenden Händler die fehlenden Lebensmittel und verlassen die Tobago Cays Richtung Süden. Ziel ist die Palmen-Insel, ein malerisches, der Hauptinsel Union Island vorgelagertes, Eiland. Schon von Weitem sehen wir den weißen, von Palmen umsäumten Sandstrand. Wir fischen uns eine rosa Boje und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. So ein schönes Flecklein Erde – wenn man’s nicht gesehen hat, man glaubt es kaum. Nach einer, dem obligaten Seebad folgenden Siesta, beschließt Christian, uns einen Tomaten-Gurken-Salat zu zaubern. Heute übertrifft er sich selbst. So schön angerichtet! – Fast zu schade, um reinzuhauen. Ein Gedicht und grad eben recht als Vorbereitung für den Landgang. Unser Dingi bringt uns zum Strand der Strände. Wow! What a feeling! Ferien wie im Kuoni-Prospekt. Zwar läuft uns der Schweiß, aber was soll’s – das muss man erlebt haben. Während ich vom Herumzigeunern nicht genug haben kann, hängt die Mannschaft schon an der Hotelbar. Der Entschluss, hier abendzuessen, ist schnell gefasst, man wird uns einen Tisch frei halten. Wieder an Bord, erfrischen wir uns im Meer – von diesen Wassertemperaturen muss man profitieren.
Bei herrlicher Abendstimmung setzen wir – all dressed up for the sunday-night-dinner – ins Inselrestaurant über. Gianni, der Kellner, serviert die Drinks, während die Sonne langsam im Meer versinkt. Überwältigt von diesem Naturschauspiel – das Meer wechselt dabei von Minute zu Minute die Farbe, bis es zum Schluss neonlichtartig leuchtet – schlürfen wir unseren Rum-Punch. Gianni bittet uns dann zu Tisch und das Abendessen genießen wir im Open-Air-Restaurant der Palmen-Insel. Tja! Auch das Paradies hat seine Preise – die Rechnung, die Gianni uns präsentiert, löst bei allen ein leeres Schlucken aus. Was soll’s – wir sind nur einmal so jung und "reich". Schön war’s trotzdem und das ist die Hauptsache. Mit unserem Dingi tuckern wir zurück – Gute Nacht!

25..02.02 

Wir sind alle früh auf, Frühstück ist bald gemacht und gegen 0900 laufen wir aus. Ahoi Palmen-Insel, für mich der absolute Höhepunkt des Karibik-Törns. Nach einigen Meilen motoren in den Wind, d.h. Bugwind, also Segeln nicht möglich, setzen wir das Großsegel, drehen dann hart an den Wind und hissen die Genua. Jetzt aber hallo! Mit ca. 7 Knoten pfeilen wir durch das Wasser. Wir können den Kurs hart am Wind beibehalten und kommen so flott voran. Bald schon erkennen wir die zu umschiffenden Felsen, dahinter liegt Petit Mustique. Mustique , unser heutiges Tagesziel, ist die Insel der Superreichen, des Jetsets. Princess Margaret von England, Mike Jagger und andere Größen verkehrten oder verkehren hier. Was soll’s? – Wir sind auf See am Herumzigeunern, für zwei Wochen sind wir die Könige der Meere! Nach dem Bojenfischen im Hafen setzen wir über und genehmigen uns einen Snack und einen Drink in der romantischen Hafenbar. Dann trennen wir uns – die einen gehen einkaufen, Fritz und ich ziehen es vor, den wunderschönen Strand zu Fuß zu erkunden. Ja, ja, hier lässt es sich leben. Als wir wieder in die Hafenbar kommen, sitzt unser Walti allein vor seinem 3. Hurrican David und hat ein wenig glasige Augen. Christian hat Koteletten erstanden und wieder an Bord, montiert er den Bordgrill. Wir freuen uns auf diesen Z’Nacht – Christian, das verfressene Ding – entpuppt sich als erste Küchenfee an Bord. Bravo Christian – schmeckt ausgezeichnet.

26.02.02 

Heute ist früh Tagwache. Wir wollen übersetzen nach Port Elizabeth/Bequia um Frischwasser, Diesel und Esswaren zu kaufen. Auch müssen wir wieder den Zoll verständigen = ausklarieren. Im Hafen übernimmt der schöne Henry (weisch Christian, dä mit de schöne Augebraue!) den Lotsen und Taxidienst. Das kennen wir alles schon. Schnell sind die Chargen erteilt: Christian, Hanspeter und Fritz einkaufen, Beat und Walti bleiben an Bord für Wasser und Diesel und meine Wenigkeit bemüht sich um die Zollformalitäten. So kann ich auch noch ohne Problem schnell ins Internet. In Port Elisabeth treffen die Landgänger sich wieder und wir genehmigen uns einen Tropical-Fruchtdrink der allen ausgezeichnet schmeckt. Henry hat unterdessen sein Boot ausgeliehen und ein Freund schifft uns zu unserem Boot – schade, dem Henry hätten wir alle noch gerne ein T-Shirt angepasst. Weiter geht’s mit gutem Wind nordwärts. In der Ferne naht St. Vincent, die Hauptinsel der Grenadinen. Wir steuern eine Bucht an, die selbst auf der Seekarte namenlos geblieben ist. Petit Byahaut 13° 10,9‘ N 061° 16,3‘ W. Dank GPS finden wir dieses Kleinod auf Anhieb. Ein Idealplatz für eine Boje, zum Schnorcheln und Nichtstun. Nach dem ersten Plantschen gibt’s eine Suppe, dann kehrt Ruhe ein auf unserem Schiff. Die Bucht Petit Byahaut ist beidseitig von schroffen Felsen abgegrenzt, die mit Aloe, Kakteen und Trockendschungel bewachsen sind. Die Ostseite säumt ein dunkler Sandstrand, geschmückt mit Palmen und einigen Hütten eines sog. Zelthotels (seemäßig teuer (ca. 150 USD)). Trotz des Hotels ist es aber sehr ruhig, von den 6 Yachten, die im Wasser dümpeln, ist kein Lärm zu erwarten. Wir wundern uns noch, warum dieses Kleinod nicht bekannter ist – wahrscheinlich ist einfach zu wenig los – Mann/Frau will sich doch unterhalten, oder?
Nach einem traumhaften Sonnenuntergang beginnt unsere Küchenfee Christian wieder den Grill zu montieren. Nimmt mich wunder, wie der die 12 Fische zubereitet. Schon die Beilage Reis wird für mich zum Geduldspiel. Als dann alle am Tisch sitzen, werden die Meeresbewohner serviert. Sie schmecken ganz vorzüglich, bloß mit den mitgelieferten Zahnstochern (Gräten) habe ich Mühe. Nach dem feinen Mahl sitzen wir etwas an Deck und genießen die fast Vollmondnacht. Das bleiche Licht des Mondes erhellt die Bucht und das Wasser reflektiert es silbrig. Wie kleine Glühwürmchen tanzen die Mondlichtpunkte auf den Wellen. Dieses Schauspiel wird von der Brandung musikalisch untermalt. Sonst hört man nur das Glucksen des Wassers unter dem Bug und wir lauschen dieser, von der Natur geschriebenen Symphonie. Wir werden früh schlafen gehen, morgen haben wir die große Überfahrt nach St. Lucia, d.h. ca. 40 Seemeilen zu bewältigen.

27.02.02 

Gegen 0615 bin ich bereits am Kafi brauen. Um 0700 startet Walti den Motor und wir machen uns auf die große Überfahrt. Im Windschatten von St. Vincent ist noch nichts mit Wind resp. mit Segeln, erst als wir ums nördliche Kap schiffen, setzt der Wind ein. So setzen wir unser Tuch und gleiten ruhig durch die Wellen. In nördlicher Richtung winken die beiden Pitons – sie scheinen fast unerreichbar. Die einzige Abwechslung bieten die fliegenden Fische, die erschreckt, immer gegen den Wind, aus dem Wasser schießen. Vor uns Wasser, hinter uns Wasser, seitlich Wasser – eine wabernde Masse aus Gischt, Wind und Wellen. Langsam kommen unsere Landmarken, die Pitons näher. Fritz offeriert frische Früchte, das verkürzt die Reise. Nicht dass es uns langweilig wäre – auf See gibt es immer etwas zu tun –, aber nach 9 Stunden sind wir doch froh, als wir endlich in Marigot Bay Anker werfen. Sofort sind wir wieder umringt von Händlern – ich bin glücklich, dass ich meine T-Shirts, Hemden und die Tasche einem armen Fischer auf offener See ins Boot werfen konnte. Er kann die Sachen sicher besser gebrauchen.
In der Marigot Bay ist Hochbetrieb. Vergnügungskaths fahren mit einer johlenden, tanzenden und saufenden Meute in die Bucht, halten für ca. 5 Minuten und drehen dann unter großem Geschrei wieder auf die offene See. Wir sind uns einig, diese schwimmenden Ballermanns wären nichts für uns. Nach dem Spuk genießen wir die Ruhe im Hafen, schäkern mit einigen der schwimmenden Händler und rüsten uns schließlich für den Landgang. Schnell ist das Dingi flottgemacht, so langsam wissen wir, wer wo zu sitzen hat, und wir setzen über. An Land empfängt uns die Tropennacht mit ihren Stimmen, aus der Bar ertönt Reggae-Musik und wir stolpern durch die kühle Nacht zum Restaurant. Nach einem herrlichen Essen dann der Schreck des Abends: im Dingi fehlt Luft und zwar gewaltig. Für alle reicht es nicht mehr, so setzen wir 3 und 4 über. Wir müssen das bei Tageslicht klären, in der Nacht sieht man sowieso nichts.

28.02.02 

Ich bin wieder früh wach und erwische grad noch den Vollmond, wie er sich hinter dem Hügel verabschieden will. In der Ferne brüllt eine Kuh, Hunde bellen sich ihr "Guten Morgen" zu, leise plätschern die Wellen – ein unbeschreiblicher Friede umschließt mich. Wie schnell wird alles vorbei sein, wenn der Alltag in Marigot Bay erwacht. Heute ist unser letzter Segeltag. Überfahrt nach Martinique Le Marin, vielleicht noch etwas baden – aus! Wehmut erfasst uns, die zwei Wochen an Bord der Loch Aventure waren schnell vorbei – viel zu schnell! So laufen wir, nachdem wir eine Swiss-Watch (Werbegeschenk) von Hans-Peter gegen 10 Brötchen eingetauscht hatten – der neue Besitzer der Uhr wusste gar nicht, wie ihm ward – Richtung Martinique aus. Walti hat etwas Bedenken wegen des Windes – es weht auch nur eine schwache Brise, die kaum Wellen wirft. Zudem ziehen große dunkle Wolken hinter uns auf und ergießen ihre Fracht auf St. Lucia. Als wir aus dem Bereich der Insel fahren, frischt der Wind auf und endlich können wir von Segeln sprechen. Hart am Wind steuert Beat Martinique zu, während wir an Bord herumhängen wie tote Fliegen. Wieder im Bereich von Le Marin genießen wir Gurken-Tomaten-Salat, Oliven und zum Dessert Ananas – unsere letzte Mahlzeit auf See. Wir genießen nochmals das karibische Wasser, dann ist Aufbruch nach Le Marin/Marina, unserem Ausgangspunkt. Wir tanken unser Schiff noch voll und dann heißt es zum letzten Mal Bojen fischen und das Heck beidseitig belegen. Wir sind wieder in Le Marin, haben wieder Handy-Verbindung mit der CH und gehen auf diesen Schrecken in der uns schon bekannten Hafenkneipe einen heben. Dann kurzes Umziehen, unser letztes Abendessen – Gute Nacht.

01.03.02 

Tagwache gegen 0700, erster Kaffee, fast wie immer, aber eben nur fast. Dann beginnen die Aufräumarbeiten. Gegen 1000 wird der techn. Teil des Bootes von der Reederei überprüft, anschließend Bootsabgabe in der Reederei und Zollformalitäten. Walti und ich haben schon Übung, alles geht rund. Dann folgt ein ausgiebiges Z’Morge, die meisten douchen noch und um 1230 nehmen wir das Taxi zum Flughafen. Wir können noch nicht einchecken, da wir viel zu früh sind. So stellen wir den Plunder ein und fahren in die nahe Hauptstadt Fort de France. Quirliger Ort, wie alle südlichen Städte. Schon wieder quält uns der Hunger, kurzer Imbiss in einem typischen Restaurant.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen, liegen, dösen wir im Park neben dem Fort und schlagen die Zeit tot.

Hier endet auch dieses Tagebuch – der Rest ist nämlich Routine. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, eine harmonische Gruppe ohne Querelen und Querschläger. Dank an unseren Skipper Walti, der – wie er sehr schön sagte – "Aus erbärmlichen Landratten kleine Seebärchen" machte!

Karibische Impressionen