Kroatien
Der Tourismus in Kroatien, speziell an der Adriaküste und
auf den vorgelagerten Inseln, hat eine lange Tradition. Kein Wunder bei den
endlosen Buchten mit kristallklarem Wasser und den hübschen Küstenorten mit
ihren einladenden mittelalterlichen Zentren.
Die "Königin" unter ihnen ist die geschäftige Hafenstadt Dubrovnik.
Hinter ihrem einzigartigen Befestigungsring verbirgt sich eine bezaubernde
Altstadt, die zum Bummeln und Genießen in kleine Restaurants einlädt. Aus der
Antike blieben eine Reihe imposanter Kostbarkeiten wie das Amphitheater in Pula,
die Euphrasius-Basilika von Porec oder Splits Diokletians-Palast erhalten. Unzählige
weitere Zeugnisse hat die mittel-, osteuropäische und mediterrane Kultur über
Jahrtausende hier hinterlassen.
Aber es ist nicht nur die Kombination von Baden und Besichtigung, die den Reiz
Kroatiens als Reiseziel ausmacht. Die einzigartige Vielfalt der
Naturlandschaften, wie die der Plitwitzer Seen oder der Insel Hvar, hat die
Kroaten in ihrer Nationalhymne dazu bewegt, ihr Land als "das schönste der
Welt" zu bezeichnen. Machen Sie sich selbst ein Bild!
Dubrovnik
Sie gilt als die "Königin der Adria", die historische Seehandelsstadt
mit ihrer zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden mittelalterlichen
Befestigungsanlage. Um einen Gesamteindruck von dem auf einer Halbinsel
gelegenen alten Ragusa zu bekommen, empfiehlt sich ein Rundgang auf der
Stadtmauer (Gradske zidine, ca. 2 km). Von hier aus hat man einen einmaligen
Blick über die zwischen dem 12. und 17. Jh. entstandene Altstadt, in der sich
eine Sehenswürdigkeit an die andere reiht, wie der Rektorenpalast (Knezev dvor),
das Franziskanerkloster (Mala braca) oder das Dominikanerkloster (Bijeli fratri),
die Kunstschätze von Weltrang beherbergen. Und als Wahrzeichen der Stadt überragt
der Minceta-Turm das einzigartige Ensemble.
Nur zwei Tore, das Pile vrata und das Ploce vrata, führen in die autofreie
Altstadt, ein geschlossenes Renaissance- und Barock-Ensemble mit malerischen
Gassen und mediterranem Flair. Abends tifft man sich auf den Flaniermeilen
Stradun (auch Placa genannt), Od Puca und Prijeko zum Ausgehen und zum Sehen und
Gesehen werden. Bade- und Naturfreunde versammeln sich vor den Toren der Stadt,
auf der Insel Lokrum.
Split
Auf den ersten Blick ist sie nicht unbedingt eine Schönheit, die zweitgrößte
Stadt Kroatiens mit ihren Industrie- und Hafenanlagen. Umso mehr überrascht sie
mit ihrem historischem Zentrum an der Bucht von Split. Es war der römische
Kaiser Diokletian (284-305), der sich bei dem damaligen Salona einen
Altersruhesitz der besonderen Art bauen ließ: Sein über 30000 qm großer
Palastkomplex (Dioclecijanova palaca) gilt als eines der imposantesten Zeugnisse
aus der Römerzeit. Umgeben ist er von einer noch recht gut erhaltenen
mittelalterlichen Altstadt mit drei belebten Plätzen, dem Narodni trg, dem Trg
Brace Radic und dem Trg republike. Vor dieser römisch-mittelalterlichen Kulisse
lässt es sich auf der palmenbestandenen und von Geschäften und Straßencafés
gesäumten Uferpromenade ausgiebig bummeln.
Außerhalb der Altstadt sind besonders die zwei Archäologischen Museen sowie
die Galerija Mestrovic und das Mestrovic-Kastelet mit Werken des modernen
kroatischen Bildhauers Anziehungspunkte. Westlich der Altstadt, auf einer
Halbinsel, erstreckt sich die grüne Lunge der Stadt, der 180 Meter hohe Hügel
Marjan, wo man von einem Terrassencafé aus einen wunderbaren Panoramablick
genießen kann.
Pula
Am Anfang waren die Illyrer, unter den Römern ging es steil bergauf, unter den
Venzianern steil bergab, unter den Österreichern wieder aufwärts, unter den
Italienern wieder abwärts. Pula, heute die größte Stadt und der wichtigste
Hafen Istriens, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. An der Südspitze
der Halbinsel in einer geschützten Bucht zwischen grünen Hügeln gelegen, ist
heute das historische Zentrum fest in Touristenhand.
Hauptanziehungspunkt und Wahrzeichen Pulas ist das gut erhaltene Amphitheater
etwas außerhalb der Altstadt, in dem unter Kaiser Vespasian die Römer Brot und
Spiele bekamen. Heute kämpfen hier in den Sommermonaten Opern-, Theater-, Rock-
und Filmstars um Anerkennung. Auch innerhalb der (autofreien) Altstadt, die sich
um das venezianische Kastell schart, trifft man überall auf römische
Hinterlassenschaften, sei es der Augustustempel am Trg Republike, dem früheren
Forum, der Triumphbogen der Sergier, das Herkulestor oder das Doppeltor Porta
Gemina. Hinter dem Tor präsentiert das Archälogische Museum sehenswerte Funde
aus dem antiken und frühmittelalterlichen Istrien.
Porec
Nirgendwo in Istrien gibt es solche eine Ansammlung an Kulturdenkmälern wie in
Porec, nirgendwo so ein großes Unterkunfts-, Bade- und Freizeitangebot wie an
seiner "Riviera". Trotz des Touristenrummels, dessen Anfänge bis in
das frühe 20. Jh. zurückreichen, hat sich die auf einer Landzunge gelegene
Altstadt mit römischer Vergangenheit aber ihren Charme bewahren können. Das
Highlight unter den antiken und mittelalterlichen Schätzen ist hier die
byzantinische Bazilika Eufrazijana (6. Jh.) mit ihren wundervollen Mosaiken, die
sich zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen darf.
Bei einem Bummel auf dem Decumanus, der Hauptflaniermeile, zum Trg Marafor, dem
römischen Forum, stößt man immer wieder auf Sehenswertes, wie auf gut
erhaltene romanische und gotische Wohnhäuser oder das Heimatmuseum im Palais
Sincic. Unerschöpflich ist in Porec auch das Angebot an kleinen Restaurants,
die sich z. B. an der Uferpromenade Obala Marsala Tita wie an einer Perlenschnur
aufreihen. Nachtschwärmer kommen auf den Tanzterrassen und in den Diskotheken
auf ihrer Kosten. Nach der Stadtbesichtigung laden schöne Badestrände zum
Relaxen ein, die beliebtesten finden sich auf der vorgelagerten Insel Sveti
Nikola.
Korcula
Die Stadt Korcula ist das historische Zentrum des gleichnamigen beliebten
Urlaubseilands mit schönen Buchten und vorgelagerten Badeinseln wie der
Klosterinsel Badija. Kein Wunder, dass der angebliche Geburtsort Marco Polos
heute zahlreiche Dalmatienprospekte ziert: Das auf dem Hügel einer Halbinsel
vor der Kulisse des hoch aufragenden Peljesac-Massivs thronende, planmäßig
angelegte mittelalterliche Musterstädtchen fasziniert einfach aus jeder
Perspektive.
Der Domplatz mit der prunkvoll ausgestatten spätromanischen Kathedrale Sveti
Marko ist der höchste Punkt der Stadt. Von hier fächern sich die Gassen nach
unten zunehmend auf. Man trifft auf venezianische Paläste, auf Kirchen und
Museen mit erlesenen Werken venezianisch-kroatischer Meister, auf ein
einzigartiges Ikonenmuseum in Svi Sveti. Gute Restaurants und Cafés laden zum
Verweilen ein. An einen Abschnitt der bewegten Geschichte Korculas, an die Kämpfe
gegen die Türken im 16. Jh., erinnern heute noch die Schwerttänze Moreska und
Kumapnija, ein sehenswertes Spektakel Ende Juli.
Nationalpark Plitwitzer Seen (Nacionalni Park Plitvicka Jezera)
Das UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Plitwitzer Seen im norddalmatinischen
Hinterland ist eines der schönsten Schutzgebiete Europas. Auf einem 300 qkm großen
Areal liegen inmitten eines teils noch urwaldähnlichen Mischwaldes 16 türkis
schimmernde Seen auf Dolomit- und Kalksinterterrassen, die durch das Flusssystem
der Korana gespeist und über mehr als 90 Wasserfälle verbunden werden (bis zu
76 m Höhenunterschied). In den Wäldern und Schluchten leben noch einige
bedrohte Arten wie Bär, Wolf, Wildkatze, Fischotter oder Geier.
Auf einem ausgedehnten Wanderwegenetz (ca. 50 km), teils auch Lehrpfaden, kann
man den Nationalpark erkunden, den größten oberen See Kozjak jezero auch per
Elektroboot. Für einen längeren Aufenthalt stehen Hotels und ein Campingplatz
zur Verfügung; Restaurants, Läden und Stände stellen die Versorgung sicher.
Es verkehrt ein Panoramazug und auf geführten Wanderungen werden kompetente
Informationen zu dem einmaligen Naturschauspiel angeboten, für das man
mindestens einen Tag investieren sollte.
Insel Losinj (Otok Losinj)
Die "kleine Schwester" der Insel Cres ist die verwöhntere, sowohl
beim Klima als auch bei der Vegetation. Die Kombination aus milder Meeresluft
und Pflanzendüften zog schon im 19. Jh. Winterkurgäste nach Losinj. Heute ist
der Kurbetrieb auf der Insel aber fast ganz dem Wassersport gewichen.
Da die Illyrer und Römer die Verbindung nach Cres mit einem Kanal unterbrachen,
führt heute eine Drehbrücke von Osor (Cres) nach Losinj. Der erste Ferienort,
den man dann erreicht, ist Nerezine, Ausgangspunkt für eine Besteigung des
Inselbergs Televrin, die mit einem fantastischen Rundblick belohnt wird. Der größte
Ort der Insel ist trotz widersprüchlichem Namen Mali (Klein-)Losinj. Die
Altstadt um den geschützten Naturhafen säumen stattliche Villen, die zur
bekannten Badebucht von Cikat hin von Hotelkomplexen (auch FKK) abgelöst
werden. Idyllischer geht es in Veli (Groß-)Losinj zu, das in einer tief
eingeschnittenen Bucht ein malerisches Hafenbecken umrahmt und mit der Kirche
Sveti Antun ein Kleinod venezianischer Malerei besitzt. Südlich von Veli Losinj
findet man herrliche Wander- und Bademöglichkeiten.
Insel Krk (Otok Krk)
Die größte und beliebteste Insel der Kvarner Bucht ist über den
internationalen Flughafen und eine Brücke zum Festland (Krcki most, 1309 m)
relativ leicht erreichbar. Zwei Landschaftstypen dominieren Krk: ein felsiger,
vegetationsarmer Nordosten und ein grüner, hügliger Südwesten, wo viele Kies-
und Sandbuchten zum erfrischenden Bad einladen. Hier befindet sich natürlich
auch das Gros der Urlaubsorte wie Njivice, Malinska, Punat oder Baska.
Aber das Touristeneiland wartet nicht nur mit einem kompletten
Wassersportangebot, sondern auch mit anderen Attraktionen auf: Beispielsweise
findet man in Glavotok und Jurandvor bedeutende Zeugnisse der Ursprünge der
kroatischen Sprache (glagolica), die Kirche Sveti Donat bei Punat ist ein
herausragendes Denkmal altkroatischer Architektur, in der Stadt Krk lädt die
geschlossene Altstadt mit z. T. noch erhaltener Stadtmauer und dem romanischen
Dom Sveta Marija zum Bummeln ein und im spektakulär auf einem Felsen thronenden
alten Vrbnik sollte man den traditionellen Inselwein Zlahtina probieren. Krk ist
also mehr als Badevernügen.
Insel Hvar (Otok Hvar)
Im Juni verwandelt sich die lang gestreckte "Lavendelinsel" Hvar in
ein lila Blütenmeer und duftet wie ein Kräuterladen – eine Mixtur aus
Lavendel, Rosmarin, Salbei, Majoran und Thymian. Diese Kräuter sind auch die
Ingredenzien für typische Inselprodukte. Die Komposition aus kleinen Buchten,
üppiger, subtropischer Vegetation, Wein-, Obst und Gemüsegärten, Olivenhainen
und Zypressen in der Ebene, Schafweiden und Macchia auf dem Gebirgsrücken und
pittoresken Dörfern dazwischen macht den besonderen Reiz von Hvar aus.
Urlaubshochburgen sind nur im Westen versammelt.
Aber nicht nur Sonnen-Anbeter, Wassersportler und Wanderer kommen hier auf ihre
Kosten, es gibt auch kulturelle Highlights: Die Stadt Hvar, überragt von der
Festung Spanjola, ist ein venzianisch geprägtes Bilderbuchstädtchen mit einem
der ältesten Theater Europas, in Vrboska trutzt die einmalige Festungskirche
Sveta Marija und in dem Gassenlabyrinth des malerischen Stari Grad trifft man
auf Renaissance- und Barockbauten, die sich Adelige, Dichter und Denker als
Sommersitze bauen ließen - darunter auch der dalmatinische Dichterfürst
Hektorovic. Schon damals erlagen die Besucher dem Charme der Lavendelinsel.
Opatija
Durch die von subtropischem Grün umgebenen Nobelherbergen des ältesten
kroatischen Seebads weht noch der Atem des europäischen Hochadels. Der Name des
klimatisch bevorzugt zwischen Kvarner Bucht und Ucka-Massiv gelegenen
"kroatischen Nizza" geht auf eine erstmals im 15. Jh. erwähnte
Benediktinerabtei (ital. Abbazia, kroat. Opatija) zurück. Populär wurde
Opatija als mondänes Reiseziel aber Ende des 19. Jh., als hier bereits
zahlreiche Hotels, Villen, Sommerresidenzen, Sanatorien und Bäder für die
internationale Prominenz angelegt wurden.
Viele dieser Prachtbauten entlang der Hauptachse Marsala Tita sind heute schön
restauriert und noch in Betrieb, wie z. B. das bekannte Hotel Kvarner. Das
Schmuckstück ist aber die Villa Agolina, die der Patrizier Igieno Scarpa 1844
im klassizistischen Stil errichten ließ. Deren Park mit exotischen Pflanzen
bildet im Sommer eine malerische Kulisse für Freiluftkonzerte. Wer nun nicht
nur in der Kulisse der Belle Époque flanieren, sondern auch baden will, der
findet Richtung Süden, an der so genannten "Riviera von Opatija" (bis
Moscenicka Draga), charmante Badeorte und herrliche Buchten.

Malta mit Comino und
Gozo
Auf der Karte wirkt sie ein wenig verloren, die nur 316 km² große Inselgruppe
Malta, Gozo und Comino 100 km südlich von Sizilien. Trotzdem galt sie über
Jahrtausende vielen Völkern als Schlüssel zur Macht im Mittelmeer, den lange
der mächtige Johanniterorden und später die Briten verteidigten.
Gerade die Vorliebe dieser Nation für sonnige Urlaubswochen hat auf Malta früh
eine gute Hotelinfrastruktur etabliert. Neben Beachlife und mediterranem Klima
sind die mehr als 3000 Jahre alten Tempelbauten, z.B. das Hypogäum Hal Saflieni,
Hagar Qim und Mnajdra, sowie die bizarren Dingli Cliffs an Maltas Südküste, wo
man auch Wandern und Biken kann, die großen Attraktionen des Archipels. Unter
den Wassersportarten steht Tauchen an erster Stelle. Eintauchen in die
Geschichte des Mittelalters heißt es in der Hauptstadt Valetta, das der
Ritterorden als gigantische Festung ausbaute. Schmucke Städtchen mit
Festungscharakter sind Mdina und Gozos Hauptstadt Rabat.
Kulinarische Genüsse mit Fisch und Meeresfrüchten verspricht der Hafen
Marsaxlokk. Ein lebendiges Kunsthandwerk wie Glasblasen und Spitzenklöppeln
findet man auf Gozo, ein aufregendes Nachtleben in St. Julian's und Paceville.
Valletta
Valletta liegt auf einer imposanten Halbinsel, umgeben von dem großartigsten
Naturhafen der Welt. Nach der erfolgreichen Abwehr der Türkenbelagerung 1565
durch den Johanniterorden, der sich seit dem Mittelalter der Krankenpflege
widmet, wurde sie als erste europäische Stadt der Neuzeit auf dem Reissbrett
entworfen und ist seither das kulturelle und politische Zentrum Maltas.
Lange Treppenfluchten, gigantische, zum Teil aus dem gewachsenen Fels
geschnittene Wehrmauern und Bastionen, enge Straßenschluchten, hohe Balkone
sowie stattliche Paläste des Großmeisters und der Ritter geben Valletta ihr
unverwechselbares Gesicht. Die Flaniermeile Republic Street, stimmungsvolle
Restaurants, kleine Läden, gemütliche Terrassencafés und die Barracca Gardens
laden zum Bummeln und Verweilen ein. Nach der zweiten großen Belagerung im
Zweiten Weltkrieg, in dem zahlreiche Gebäude schwer beschädigt wurden, präsentiert
sich das vorbildlich restaurierte Valletta heute in seinem alten Glanz.
Dingli Cliffs
Die bis zu 257 m hohe Steilküste ist für die Bewohner der Ballungsräume um
Valletta ein beliebtes Ausflugsziel. Hier erlebt man den Sonnenuntergang mit dem
kleinen Eiland Filfla in der Ferne besonders eindrucksvoll. Die Steilküste fällt
in mehreren Terrassen zum Meer hin ab, auf denen dank der fruchtbaren Tonerde
Wein, Obst und Gemüse angebaut werden. Die beständigen Winde ließen eine
meist nur niedrige Macchiavegetation entstehen.
Eine der interessantesten archäologischen Stätten sind die Schleifspuren (cart
ruts) der Clapham Junction, die die Briten an den gleichnamigen Londoner Bahnhof
erinnerten. Insgesamt 27 paarweise Rillen, die sich zum Teil überschneiden,
wurden bis zu 50 cm in den Kalkstein eingeschliffen. Noch heute ist unklar, ob
es sich dabei um prähistorische Wegrinnen für Karren oder Schlitten handelt.
Unweit der cart ruts befindet sich Ghar il-Kbir, eine der zahlreichen Höhlen
auf Malta, die der Bevölkerung seit dem Mittelalter als Zuflucht bei Piratenüberfällen
dienten.
Hypogäum Hal Saflieni
Orakelstätte weissagender Priester? Prähistorisches Kultzentrum der Insel?
Initiationsstätte für Priesterinnen? Bis heute rätseln die Archäologen über
die einstige Bedeutung dieses kostbaren Kulturdenkmals. 1902 wurde das bis zu 10
m in den Kalkstein eingetiefte Hypogäum zufällig beim Bau einer Zisterne
inmitten der Stadt Paola entdeckt.
Auf drei Etagen wechseln sich so genannte Orakelnischen, mit Spiralmustern
dekorierte Hallen und fensterartige Grabkammern ab, in denen sich tausende
menschliche Knochen fanden. Eine exakte Nachahmung einer Tempelfassade
vermittelt ein gute Vorstellung vom ehemaligen Aussehen der oberirdischen
Bauten. Keramik und andere Kleinfunde lassen auf eine Entstehung in der
Jungsteinzeit (Neolithikum) um 3500-2500 v. Chr. schließen. Etwa 500 m entfernt
erbaute man die großen vorzeitlichen Tempelanlagen von Tarxien. Ihre Reliefs
mit Tieren, Spiralen und anderen geometrischen Ornamenten haben schon viele Künstler
inspiriert.
Marsaxlokk
Marsaxlokk ("Hafen der warmen Winde") ist das schönste Fischerdorf
Maltas. Es liegt in einer weiten Bucht zwischen den beiden Landzungen Benajsa
Point und Delimara Point. Von hier aus begannen die Türken 1565 die "Große
Belagerung" Vallettas.
Vor den Kaianlagen des Hafens schaukeln malerisch die traditionell bunt bemalten
Luzzi im Wasser. Ein Augenpaar am Bug schützt die kleinen Fischerboote vor
Unheil. Die Promenade, hinter der die rote Kuppel der doppeltürmigen
Pfarrkirche Our Lady of Pompeji zu sehen ist, lädt mit ihren Fischlokalen zum
Verweilen und Spazierengehen ein. Besonders lebhaft ist Marsaxlokk am Sonntag,
wenn die Händler auf dem bunten Markt Gemüse, Obst, frisch eingelegte Kapern,
Tinten- und Schwertfische, Krabben, Stoffe und Spielwaren feilbieten. Etwa 2 km
entfernt kann man in Ghar Dalam ("Höhle der Finsternis") den ältesten
menschlichen Spuren auf der Insel, aus der Zeit um 5000 v. Chr., nachspüren.
Unzählige Knochen längst ausgestorbener Tierarten konnten aus ihrem Innern
geborgen werden.
Mellieha Bay
Die windgeschützte Bucht zwischen zwei von fruchtbaren Terrassenfeldern und Gärten
charakterisierten Hügelrücken ist das Paradies der Wassersportler auf Malta.
Schöne Sandstrände und Bars verführen zu ausgedehnten Badeaufenthalten, an
Kiosken kann man Surfbretter, Paddel- und Motorboote ausleihen.
Der Ort Mellieha auf der Anhöhe der Mellieha Ridge beherrscht die gesamte
Bucht. Seine barocke Pfarrkirche und die darunterliegende Höhlenkirche sind
beliebte Wallfahrtsziele. Fast an der schmalsten Stelle der Insel, auf der Marfa
Ridge, errichteten die Johanniter den Red Tower, der mit einer wunderbaren
Aussicht auf die Nachbarinseln Gozo und Comino besticht. Im Innern der Bucht
wurde das Feuchtbiotop Il-Ghadira mit seiner Buschvegetation und seltenen
Vogelarten als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dieses attraktive Ambiente schätzen
viele Malteser, die hier alte Bootsschuppen zu kleinen Wochenendhäusern
umgebaut haben.
Mdina
Weithin sichtbar auf einem Hochplateau breitet sich Mdina mit seinen
verwinkelten Gassen, stattlichen Palästen und kleinen Läden aus. Bis zur Übernahme
Maltas durch den Johanniterorden 1530 war die Stadt das politische und
kulturelle Zentrum während der phönizischen, römischen und arabischen Zeit.
Am zentral gelegenen St. Paul’s Square zieht die monumentale Fassade der
Cathedral of St. Peter and St. Paul die Aufmerksamkeit auf sich. Auf den
Fundamenten einer normannischen Kirche konstruierte der Architekt des
maltesischen Spätbarock, Lorenzo Gafà, 1697-1702 das Gotteshaus mit einer mächtigen
Kuppel. Der freskengeschmückte Innenraum zeigt Szenen aus dem Leben des hl.
Paulus sowie alte Grabplatten von Rittern und hohen Würdenträgern. Der Palazzo
Falzon aus dem 15. Jh. ist mit seinen Zierwülsten und Zwillingsfenstern ein
Meisterwerk des normannischen Stils. Im stimmungsvollen Innenhof, in dem der
Brunnen und eine Steintreppe die Akzente setzen, fühlt man sich ins Mittelalter
zurückversetzt.
Hagar Qim und Mnajdra Tempel (Temples of Hagar Qim and Mnajdra)
Pittoresk entlang eines breiten Hanges erstrecken sich zwei der bedeutendsten prähistorischen
Tempelkomplexe Maltas. Die drei Tempel Mnajdras aus dem 4. Jt. v. Chr. wurden
aus einem harten witterungsbeständigen Korallenkalk erbaut. Typisch für sie
ist ein kleeblattförmiger Grundriss und an manchen Monolithen ein Dekor mit
hunderten gebohrten Punkten. Der weiche Muschelkalk des jüngeren Tempels von
Hagar Qim, im 3. Jt. v. Chr. errichtet, widerstand der Erosion nur schlecht und
ist daher weit weniger gut erhalten.
Nach dem Durchgang durch die beeindruckende restaurierte Tempelfassade gelangt
man in sechs ovale Tempelräume, die durch fensterartige Öffnungen von
halbrunden Nebenräumen geteilt sind. Pilzförmige Altäre dienten für Opfer
und kultische Handlungen. Hier fand man die meisten der so genannten "Fat
Ladies", Frauenstatuetten mit großen Brüsten und mächtigen
Oberschenkeln, die als Fruchtbarkeitssymbole interpretiert werden.
Verdala Palace
Der Verdala Palace auf dem höchsten Punkt der Insel wurde 1586 vom damaligen
maltesischen Stararchitekten Gerolamo Cassar für den Großmeister und Kardinal
Loubeux de Verdalle errichtet. Auf einem annähernd quadratischen Grundriss
erhebt sich das dreistöckige Gebäude mit den schlichten, symmetrisch
verteilten Renaissancefenstern. Wehrhafte Ecktürme und ein Graben vor dem
Haupteingang an der Nordfassade betonen den Verteidigungscharakter des schlossähnlichen
Palastes.
Heute wird er als Herberge prominenter Staatsbesucher genutzt ist deshalb nicht
zugänglich. Majestätisch ragt das helle, weithin sichtbare Mauerwerk über den
grünen Buskett Gardens empor. Dieser größte Wald Maltas wurde nach französischem
Geschmack mit Zitronen- und Orangenbäumen, Steineichen, Zypressen und Weinstöcken
als Jagdrevier von den Johannitern angelegt. Vor allem an den Wochenenden suchen
ihn die Einheimischen als Schatten spendenden Park zum Erholen und Picknicken
auf.

Mallorca
Hübsche Bergstädtchen, knorrige Olivenbäume, duftende Orangen- und
Zitronenhaine, Bougainvilleen und Oleander, alte Natursteinhäuser umgeben von
blühenden Mandelbäumen, große Sandstrände und kleine Kieselsteinbuchten -
das sind mallorquinische Szenarien, die alljährlich Millionen Menschen
anlocken.
Zugleich finden Nachtschwärmer an der langen Platja de Palma und in den
Touristenhochburgen westlich von Palma de Mallorca ihr Eldorado. Wer Ursprünglichkeit
sucht, wird in den kleineren Ortschaften im Inselinneren, Llucmajor etwa oder
Pollença, pittoreske Winkel und kulinarische Spezialitäten genießen. Chopin
fand die Stille im Kloster Valldemossa. Die bizarren Felsen Cap de Formentor
sind ein lohnendes Wanderziel.
Surfer vergnügen sich in S'Arenal, Es Trenc und an der Platja d'Alcúdia.
Familien mit Kindern haben lange Sandstrände, Wasservergnügungsparks,
Minigolfanlagen, Tropfsteinhöhlen wie die Coves del Drac und die Delphinshow in
Magaluf für gemeinsame Erlebnisse zur Auswahl. Kunstinteressierte entdecken
hinter unscheinbaren Fassaden hervorragende Galerien, z.B. in in Palma oder
Santanyí.
Palma de Mallorca
Abends turteln verliebte Pärchen auf der Terrasse vor der hell angestrahlten
Kathedrale La Seu und genießen den Blick über den künstlichen See im Parc de
la Mar auf das glitzernde Meer. Tagsüber strömen Touristen zur imposanten
Kathedrale, die Ehrfurcht gebietend die Altstadtsilhouette der balearischen
Hauptstadt dominiert. Wer sich aus einem kleinen Ort im Inselinneren kommend
Palma nähert, atmet plötzlich kosmopolitische Luft, erlebt ein pulsierendes
Großstadtflair, das sogar an Barcelona erinnert, die katalanische große
Schwester auf dem spanischen Festland.
In den Stadtpalästen residieren heute Medienagenturen aus ganz Europa, Geschäftsleute
eilen durch die Straßen, Einheimische und Fremde sitzen einträchtig in den Cafés
an der Plaça de Santa Eulària, dem Passeig Marítim und Passeig des Born. Die
steinernen Zeitzeugen der mehr als 2000-jährigen Stadtgeschichte sind
Besuchermagnete für Touristen aus aller Welt. Schicke Boutiquen für
Designerklamotten, Schuhe und Schmuck am berühmten Passeig des Born, der
eleganten Avinguda Jaume III und den umliegenden Gassen verführen zum
ausgiebigen Shopping.
Valldemossa
Mit seinen ockerfarbenen Natursteinhäusern, die sich am Fuße des Teix um das
alles beherrschende Kartäuserkloster scharen, blitzblanken Gassen und üppigem
Blumenschmuck wirkt Valldemossa sehr einladend. Der ganze Ort lebt davon, dass
sich hier in den Wintermonaten 1838/39 ein berühmter Komponist mit seiner
Geliebten und deren zwei Kindern aufhielt: Frédéric Chopin und George Sand.
Hauptattraktion des Bilderbuchdorfs ist das Kartäuserkloster, ursprpünglich
ein maurischer Palast, in dem 1399 Mönche einzogen. Ein Schwager Goyas stattete
die barocke Klosterkirche mit Fresken aus. Nach der Aufhebung des Klosters im
Jahr 1835 wurde die Anlage in eine Sommerresidenz betuchter Palmeser
umgewandelt. In den Zellen 2 und 4 erinnern Briefe und Originalpartituren an die
prominenten Gäste; in anderen Räumen sind die Klosterapotheke und ein
Stadtmuseum zu besichtigen. Wer nicht als Bustourist unter Zeitdruck steht,
sollte auch einen Blick in den Palau del Rei Sanxo werfen, den König Jaume II für
seinen Sohn erbauen ließ, und ins Geburtshaus der vielverehrten Inselheiligen
Catalina Tomàs (Carrer Rectoria Nr. 5).
Sóller
Sei es, dass man sich der 10000 Einwohner zählenden Kleinstadt mit der aus
Palma kommenden Nostalgiebahn "Roter Blitz" nähert, bequem durch den
Tunnel von Palma anreist oder über die hochgelegene, landschaftlich bezaubernde
Küstenstraße kommt - bereits aus einiger Entfernung kündet der intensive Duft
sonnengereifter Zitrusfrüchte davon, dass das anmutige Sóller im Tal der
Orangen nicht weit ist. Mode- und Schmuckläden, Geschäfte mit Wohnaccessoires
verführen zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die winkeligen Altstadtgassen
mit ihren schmucken Häusern.
In den Freiluftcafés an der zentralen Plaça de la Constitució, dem
pulsierenden Herzen der kleinen Stadt, kann man wunderbar Leute gucken, die
hochaufragende Jugendstilfassade der Pfarrkirche Sant Bartomeu von Gaudí-Schüler
Joan Rubiò bewundern und darüber nachdenken, ob man das nah gelegene
Naturkundemuseum Museu Balear de Ciències Naturals und den dazu gehörigen
Garten Jardí Botánic besuchen oder lieber mit Mallorcas einziger Straßenbahn,
dem fast 100 Jahre alten Orangen-Express, zum 5 km entfernten Port de Sóller
rattern soll; immerhin lockt der Hafen mit feinsandigem Strand, gesäumt von
einer geschäftigen Uferpromenade.
Cap de Formentor
Ob Gruppen- oder Individualreisende, ein Ausflug zur landschaftlich spektakulären
Halbinsel Formentor gehört zum Pflichtprogramm aller, die mehr als ein
Wochenende für die Insel eingeplant haben. Der volle Parkplatz am Mirador des
Colomer und die Menschenmassen, die selbst bei größter Hitze zu Fuß unterwegs
sind, machen auch Ortsunkundigen sofort klar: Hier ist ein Stopp angesagt. Nach
einem kurzen Aufstieg über breite Treppenstufen – der Mirador liegt auf einer
mehr als 300 m hohen Klippe – erwartet den Besucher ein atemberaubender
Ausblick über die Steilküste hinunter zum tiefblauen Meer.
15 Kilometer windet sich die Serpentinenstraße weiter, vorbei am Luxushotel
Formentor und der Platja de Formentor zur Landspitze Cap de Formentor im äußersten
Norden Mallorcas. Der Weg ist das Ziel - sollte jemand nach der atemberaubenden
Fahrt ein noch spektakuläreres Ziel erwarten, wird er enttäuscht sein: Am Ende
stehen ein einsamer Leuchturm und die Chance, an klaren Tagen Menorca zu erspähen.
Sa Calobra
Zwölf Kilometer Passstraße mit unzähligen, zum Teil spektakulären
Haarnadelkurven, die man in der Hochsaison mitunter hinter einem der zahlreichen
Ausflugsbusse, im Frühjahr und Herbst hinter ambitionierten Radfahrern
herzockelt, müssen Besucher zurücklegen, um zur 800 Meter tiefer liegenden
Bucht Sa Calobra zu gelangen, in die die spektakuläre Wildwasserschlucht
Torrent de Pareis mündet. Ungeübten Autofahrern und Beifahrern, die bei
kurvenreicher Strecke mit Übelkeit zu kämpfen haben, sei als Alternative die
bequeme Fahrt mit dem Ausflugsboot von Port de Sóller empfohlen.
Sa Calobra ist ideal für einen Kurzaufenthalt mit Spaziergang zur Mündung und
Einkehr in einem der fünf Restaurants und Cafés, die alle mit einer
Sonnenterrasse und Meerblick locken. Wer eine Badepause einlegen möchte, kann
dies an dem kleinen Kiesstrand an der Mündung der Schlucht tun. Auch lohnt es
sich den Torrent zu Fuß ein Stück zu erkunden, bis eine steile Felsstufe den
Weg versperrt.
Santuari de Lluc
Tausende Mallorquiner pilgern alljährlich im August in einer nächtlichen
Wallfahrt von Palma zum 1250 gegründeten Kloster Lluc und seiner hoch verehrten
schwarzen Madonna ("La Moreneta") aus dem 13. Jahrhundert. Immer öfter
suchen Wanderer, die den Norden der Insel erkunden, den 400 Meter hoch liegenden
Klosterkomplex auf, um ihre müden Knochen im preisgünstigen Pilgerhotel
auszustrecken. Dem "Heiligen Wald" werden gern übersinnliche Kräfte
zugeschrieben.
Kunstinteressierte entdecken im Monestir de Lluc barockes Formengut und
Schaffensspuren des katalanischen Modernisme-Architekten Antoni Gaudí sowie im
angeschlossenen Museum interessante archäologische Funde, wertvolle liturgische
Gegenstände und Gemälde des mallorquinischen Malers Josep Coll Bardolet. Gläubige
finden in dem mallorquinischen Zentrum der Marienverehrung einen etwas
unruhigen, aber stimmungsvollen Ort der Andacht. Wenn die Tagestouristen wieder
weg sind, beginnt für Menschen auf der Suche nach Besinnung die schönste
Tageszeit.
Pollença
Pollença, das charmante Städtchen am Fluss des heiligen Georg, führt ein
ruhiges Alltagsleben, zu dessen Rhythmus regelmäßige Siestazeiten und Fiestas
gehören. Herzstück der Stadt ist die Plaça Major, deren Freiluftcafés während
des sonntäglichen Wochenmarktes und der großen Novembermesse Fira bis auf den
letzten Platz gefüllt sind. Hier sitzen Touristen und Einheimische gemütlich
bei einem café con leche und bestätigen sich gegenseitig, dass Pollença mit
seinen hübschen Natursteinhäusern nicht nur bezaubernd schön liegt, sondern
auch mit interessanten kulturellen Events aufwarten kann.
Wer sich nicht gleich über den romantischen Weg zur sechs Kilometer entfernten
Küste aufmacht, kann sich in den beiden renommierten Galerien am Hauptplatz über
zeitgenössische Kunst informieren, in den blitzblank geputzten,
kopfsteingepflasterten Gässchen nach originellen Mallorca-Souvenirs Ausschau
halten, die 365 Stufen zum Kalvarienberg hinaufsteigen oder die Sammlung
gotischer Kunst im Stadtmuseum begutachten.
Coves del Drac
Mallorca hat seinen Besuchern mehrere geologische Schätze zu bieten, so die Höhlenformationen
von Campanet, Artà und die Coves dels Hams. Unumstrittene Hauptattraktion ist
jedoch die unterirdische Welt der "Drachenhöhlen" bei Portocristo im
Osten der Insel. Die zauberhaft schöne Welt aus Stalaktiten und Stalagmiten
zieht täglich Tausende von Besuchern an. In Bussen kommen die Touristen, um an
einer Führung teilzunehmen – Menschen mit Platzangst könnten in den Höhlenräumen
durchaus in Bedrängnis kommen.
Seit 1935 steht Besuchern hier ein kilometerlanger Weg durch die unterirdische
Welt Mallorcas offen, der an sechs Lagunen und dem weltbekannten Lago Martel
vorbeiführt. Der riesige unterirdische See ist benannt nach dem Franzosen
Edouard-Alfred der die Höhlen 1896 entdeckte. Die spektakulären
Naturattraktionen werden durch raffinierte Lichtspiele effektvoll in Szene
gesetzt. Zum Standardprogramm gehört auch ein Konzert mit klassischer Musik in
der Grotte.
Llucmajor
Nur 11 Kilometer liegen zwischen Llucmajor und S'Arenal und doch trennen Welten
den bekannten Urlaubsort mit seinen Bars, Diskos und nicht zuletzt der Strandbar
Ballermann vom ehemaligen Schuhmacherstädtchen im Inselinneren.
Von Llucmajors Vergangenheit zeugt heute nur noch das Schuhmacherdenkmal an der
hübschen von Palmen bestandenen Plazuela, auf der sich die einheimischen
Jugendlichen zu Café solo und bocadillo treffen. Vieles - der Barbier an der
zentralen Plaça Espanya, abenteuerlich anmutendes Kabelgewirr an Holzmasten und
die stundenlang beim Gespräch in den altehrwürdigen Bars sitzenden Männer -
wirkt als sei die Zeit stehen geblieben, als wäre der Flughafen von Palma mit
seinen unzähligen Gästen aus aller Welt in weiter Ferne. Die Ruhe wird nur
freitags, dem wichtigsten Markttag, von eifriger Betriebsamkeit unterbrochen.
Dann prüfen Einheimische und Touristen Obst, Gemüse, Honig, Kräuterlikör,
Tonwaren, Kleidung, Schuhe und allerlei Krimskrams an den Ständen von der
zentralen Plaça entlang der Straße BisbeTaixquet zur Esplanade Jaume III und
halten hier und da mit Bekannten ein Schwätzchen.
Santanyí
Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer von Palma auf direktem Weg in das
kleine, verschlafen wirkende Landstädtchen Santanyi im äußersten Süden der
Insel. Adrette Freiluftcafés rund um die alte Pfarrkirche Sant Andreu Apòstol
und Kunstgenuss in der sorgsam und einfühlsam gestalteten Kunstgalerie Joanna
Kunstmann locken die Menschen herbei.
Andere reizt ein Besuch des nahe gelegenen Kaktusgartens Botanicactus mit seiner
umfangreichen Sukkulentensammlung, die meisten aber die Postkartenidylle der
Buchten in nächster Umgebung des Städtchens. Besorgt um ihre Rückzugsmöglichkeiten
haben Mallorquiner die Wegweiser zur besonders malerischen und abgelegenen Bucht
S'Almunia übersprüht oder abmontiert, andere wie die Sandbuchten Cala
Llombarts und die bei Familien besonders beliebte Cala de Santanyí mit
Strandcafe und -lokalen, Beachballfeld, Tretbootverleih und einer schwimmenden
Insel mit Rutschbahn sind bis jetzt noch gut ausgeschildert.
