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Kroatien

Der Tourismus in Kroatien, speziell an der Adriaküste und auf den vorgelagerten Inseln, hat eine lange Tradition. Kein Wunder bei den endlosen Buchten mit kristallklarem Wasser und den hübschen Küstenorten mit ihren einladenden mittelalterlichen Zentren.
Die "Königin" unter ihnen ist die geschäftige Hafenstadt Dubrovnik. Hinter ihrem einzigartigen Befestigungsring verbirgt sich eine bezaubernde Altstadt, die zum Bummeln und Genießen in kleine Restaurants einlädt. Aus der Antike blieben eine Reihe imposanter Kostbarkeiten wie das Amphitheater in Pula, die Euphrasius-Basilika von Porec oder Splits Diokletians-Palast erhalten. Unzählige weitere Zeugnisse hat die mittel-, osteuropäische und mediterrane Kultur über Jahrtausende hier hinterlassen.
Aber es ist nicht nur die Kombination von Baden und Besichtigung, die den Reiz Kroatiens als Reiseziel ausmacht. Die einzigartige Vielfalt der Naturlandschaften, wie die der Plitwitzer Seen oder der Insel Hvar, hat die Kroaten in ihrer Nationalhymne dazu bewegt, ihr Land als "das schönste der Welt" zu bezeichnen. Machen Sie sich selbst ein Bild!
Dubrovnik
Sie gilt als die "Königin der Adria", die historische Seehandelsstadt mit ihrer zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden mittelalterlichen Befestigungsanlage. Um einen Gesamteindruck von dem auf einer Halbinsel gelegenen alten Ragusa zu bekommen, empfiehlt sich ein Rundgang auf der Stadtmauer (Gradske zidine, ca. 2 km). Von hier aus hat man einen einmaligen Blick über die zwischen dem 12. und 17. Jh. entstandene Altstadt, in der sich eine Sehenswürdigkeit an die andere reiht, wie der Rektorenpalast (Knezev dvor), das Franziskanerkloster (Mala braca) oder das Dominikanerkloster (Bijeli fratri), die Kunstschätze von Weltrang beherbergen. Und als Wahrzeichen der Stadt überragt der Minceta-Turm das einzigartige Ensemble.
Nur zwei Tore, das Pile vrata und das Ploce vrata, führen in die autofreie Altstadt, ein geschlossenes Renaissance- und Barock-Ensemble mit malerischen Gassen und mediterranem Flair. Abends tifft man sich auf den Flaniermeilen Stradun (auch Placa genannt), Od Puca und Prijeko zum Ausgehen und zum Sehen und Gesehen werden. Bade- und Naturfreunde versammeln sich vor den Toren der Stadt, auf der Insel Lokrum.
Split
Auf den ersten Blick ist sie nicht unbedingt eine Schönheit, die zweitgrößte Stadt Kroatiens mit ihren Industrie- und Hafenanlagen. Umso mehr überrascht sie mit ihrem historischem Zentrum an der Bucht von Split. Es war der römische Kaiser Diokletian (284-305), der sich bei dem damaligen Salona einen Altersruhesitz der besonderen Art bauen ließ: Sein über 30000 qm großer Palastkomplex (Dioclecijanova palaca) gilt als eines der imposantesten Zeugnisse aus der Römerzeit. Umgeben ist er von einer noch recht gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt mit drei belebten Plätzen, dem Narodni trg, dem Trg Brace Radic und dem Trg republike. Vor dieser römisch-mittelalterlichen Kulisse lässt es sich auf der palmenbestandenen und von Geschäften und Straßencafés gesäumten Uferpromenade ausgiebig bummeln.
Außerhalb der Altstadt sind besonders die zwei Archäologischen Museen sowie die Galerija Mestrovic und das Mestrovic-Kastelet mit Werken des modernen kroatischen Bildhauers Anziehungspunkte. Westlich der Altstadt, auf einer Halbinsel, erstreckt sich die grüne Lunge der Stadt, der 180 Meter hohe Hügel Marjan, wo man von einem Terrassencafé aus einen wunderbaren Panoramablick genießen kann.
Pula
Am Anfang waren die Illyrer, unter den Römern ging es steil bergauf, unter den Venzianern steil bergab, unter den Österreichern wieder aufwärts, unter den Italienern wieder abwärts. Pula, heute die größte Stadt und der wichtigste Hafen Istriens, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. An der Südspitze der Halbinsel in einer geschützten Bucht zwischen grünen Hügeln gelegen, ist heute das historische Zentrum fest in Touristenhand.
Hauptanziehungspunkt und Wahrzeichen Pulas ist das gut erhaltene Amphitheater etwas außerhalb der Altstadt, in dem unter Kaiser Vespasian die Römer Brot und Spiele bekamen. Heute kämpfen hier in den Sommermonaten Opern-, Theater-, Rock- und Filmstars um Anerkennung. Auch innerhalb der (autofreien) Altstadt, die sich um das venezianische Kastell schart, trifft man überall auf römische Hinterlassenschaften, sei es der Augustustempel am Trg Republike, dem früheren Forum, der Triumphbogen der Sergier, das Herkulestor oder das Doppeltor Porta Gemina. Hinter dem Tor präsentiert das Archälogische Museum sehenswerte Funde aus dem antiken und frühmittelalterlichen Istrien.
Porec
Nirgendwo in Istrien gibt es solche eine Ansammlung an Kulturdenkmälern wie in Porec, nirgendwo so ein großes Unterkunfts-, Bade- und Freizeitangebot wie an seiner "Riviera". Trotz des Touristenrummels, dessen Anfänge bis in das frühe 20. Jh. zurückreichen, hat sich die auf einer Landzunge gelegene Altstadt mit römischer Vergangenheit aber ihren Charme bewahren können. Das Highlight unter den antiken und mittelalterlichen Schätzen ist hier die byzantinische Bazilika Eufrazijana (6. Jh.) mit ihren wundervollen Mosaiken, die sich zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen darf.
Bei einem Bummel auf dem Decumanus, der Hauptflaniermeile, zum Trg Marafor, dem römischen Forum, stößt man immer wieder auf Sehenswertes, wie auf gut erhaltene romanische und gotische Wohnhäuser oder das Heimatmuseum im Palais Sincic. Unerschöpflich ist in Porec auch das Angebot an kleinen Restaurants, die sich z. B. an der Uferpromenade Obala Marsala Tita wie an einer Perlenschnur aufreihen. Nachtschwärmer kommen auf den Tanzterrassen und in den Diskotheken auf ihrer Kosten. Nach der Stadtbesichtigung laden schöne Badestrände zum Relaxen ein, die beliebtesten finden sich auf der vorgelagerten Insel Sveti Nikola.
Korcula
Die Stadt Korcula ist das historische Zentrum des gleichnamigen beliebten Urlaubseilands mit schönen Buchten und vorgelagerten Badeinseln wie der Klosterinsel Badija. Kein Wunder, dass der angebliche Geburtsort Marco Polos heute zahlreiche Dalmatienprospekte ziert: Das auf dem Hügel einer Halbinsel vor der Kulisse des hoch aufragenden Peljesac-Massivs thronende, planmäßig angelegte mittelalterliche Musterstädtchen fasziniert einfach aus jeder Perspektive.
Der Domplatz mit der prunkvoll ausgestatten spätromanischen Kathedrale Sveti Marko ist der höchste Punkt der Stadt. Von hier fächern sich die Gassen nach unten zunehmend auf. Man trifft auf venezianische Paläste, auf Kirchen und Museen mit erlesenen Werken venezianisch-kroatischer Meister, auf ein einzigartiges Ikonenmuseum in Svi Sveti. Gute Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. An einen Abschnitt der bewegten Geschichte Korculas, an die Kämpfe gegen die Türken im 16. Jh., erinnern heute noch die Schwerttänze Moreska und Kumapnija, ein sehenswertes Spektakel Ende Juli.
Nationalpark Plitwitzer Seen (Nacionalni Park Plitvicka Jezera)
Das UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Plitwitzer Seen im norddalmatinischen Hinterland ist eines der schönsten Schutzgebiete Europas. Auf einem 300 qkm großen Areal liegen inmitten eines teils noch urwaldähnlichen Mischwaldes 16 türkis schimmernde Seen auf Dolomit- und Kalksinterterrassen, die durch das Flusssystem der Korana gespeist und über mehr als 90 Wasserfälle verbunden werden (bis zu 76 m Höhenunterschied). In den Wäldern und Schluchten leben noch einige bedrohte Arten wie Bär, Wolf, Wildkatze, Fischotter oder Geier.
Auf einem ausgedehnten Wanderwegenetz (ca. 50 km), teils auch Lehrpfaden, kann man den Nationalpark erkunden, den größten oberen See Kozjak jezero auch per Elektroboot. Für einen längeren Aufenthalt stehen Hotels und ein Campingplatz zur Verfügung; Restaurants, Läden und Stände stellen die Versorgung sicher. Es verkehrt ein Panoramazug und auf geführten Wanderungen werden kompetente Informationen zu dem einmaligen Naturschauspiel angeboten, für das man mindestens einen Tag investieren sollte.
Insel Losinj (Otok Losinj)
Die "kleine Schwester" der Insel Cres ist die verwöhntere, sowohl beim Klima als auch bei der Vegetation. Die Kombination aus milder Meeresluft und Pflanzendüften zog schon im 19. Jh. Winterkurgäste nach Losinj. Heute ist der Kurbetrieb auf der Insel aber fast ganz dem Wassersport gewichen.
Da die Illyrer und Römer die Verbindung nach Cres mit einem Kanal unterbrachen, führt heute eine Drehbrücke von Osor (Cres) nach Losinj. Der erste Ferienort, den man dann erreicht, ist Nerezine, Ausgangspunkt für eine Besteigung des Inselbergs Televrin, die mit einem fantastischen Rundblick belohnt wird. Der größte Ort der Insel ist trotz widersprüchlichem Namen Mali (Klein-)Losinj. Die Altstadt um den geschützten Naturhafen säumen stattliche Villen, die zur bekannten Badebucht von Cikat hin von Hotelkomplexen (auch FKK) abgelöst werden. Idyllischer geht es in Veli (Groß-)Losinj zu, das in einer tief eingeschnittenen Bucht ein malerisches Hafenbecken umrahmt und mit der Kirche Sveti Antun ein Kleinod venezianischer Malerei besitzt. Südlich von Veli Losinj findet man herrliche Wander- und Bademöglichkeiten.
Insel Krk (Otok Krk)
Die größte und beliebteste Insel der Kvarner Bucht ist über den internationalen Flughafen und eine Brücke zum Festland (Krcki most, 1309 m) relativ leicht erreichbar. Zwei Landschaftstypen dominieren Krk: ein felsiger, vegetationsarmer Nordosten und ein grüner, hügliger Südwesten, wo viele Kies- und Sandbuchten zum erfrischenden Bad einladen. Hier befindet sich natürlich auch das Gros der Urlaubsorte wie Njivice, Malinska, Punat oder Baska.
Aber das Touristeneiland wartet nicht nur mit einem kompletten Wassersportangebot, sondern auch mit anderen Attraktionen auf: Beispielsweise findet man in Glavotok und Jurandvor bedeutende Zeugnisse der Ursprünge der kroatischen Sprache (glagolica), die Kirche Sveti Donat bei Punat ist ein herausragendes Denkmal altkroatischer Architektur, in der Stadt Krk lädt die geschlossene Altstadt mit z. T. noch erhaltener Stadtmauer und dem romanischen Dom Sveta Marija zum Bummeln ein und im spektakulär auf einem Felsen thronenden alten Vrbnik sollte man den traditionellen Inselwein Zlahtina probieren. Krk ist also mehr als Badevernügen.
Insel Hvar (Otok Hvar)
Im Juni verwandelt sich die lang gestreckte "Lavendelinsel" Hvar in ein lila Blütenmeer und duftet wie ein Kräuterladen – eine Mixtur aus Lavendel, Rosmarin, Salbei, Majoran und Thymian. Diese Kräuter sind auch die Ingredenzien für typische Inselprodukte. Die Komposition aus kleinen Buchten, üppiger, subtropischer Vegetation, Wein-, Obst und Gemüsegärten, Olivenhainen und Zypressen in der Ebene, Schafweiden und Macchia auf dem Gebirgsrücken und pittoresken Dörfern dazwischen macht den besonderen Reiz von Hvar aus. Urlaubshochburgen sind nur im Westen versammelt.
Aber nicht nur Sonnen-Anbeter, Wassersportler und Wanderer kommen hier auf ihre Kosten, es gibt auch kulturelle Highlights: Die Stadt Hvar, überragt von der Festung Spanjola, ist ein venzianisch geprägtes Bilderbuchstädtchen mit einem der ältesten Theater Europas, in Vrboska trutzt die einmalige Festungskirche Sveta Marija und in dem Gassenlabyrinth des malerischen Stari Grad trifft man auf Renaissance- und Barockbauten, die sich Adelige, Dichter und Denker als Sommersitze bauen ließen - darunter auch der dalmatinische Dichterfürst Hektorovic. Schon damals erlagen die Besucher dem Charme der Lavendelinsel.
Opatija
Durch die von subtropischem Grün umgebenen Nobelherbergen des ältesten kroatischen Seebads weht noch der Atem des europäischen Hochadels. Der Name des klimatisch bevorzugt zwischen Kvarner Bucht und Ucka-Massiv gelegenen "kroatischen Nizza" geht auf eine erstmals im 15. Jh. erwähnte Benediktinerabtei (ital. Abbazia, kroat. Opatija) zurück. Populär wurde Opatija als mondänes Reiseziel aber Ende des 19. Jh., als hier bereits zahlreiche Hotels, Villen, Sommerresidenzen, Sanatorien und Bäder für die internationale Prominenz angelegt wurden.
Viele dieser Prachtbauten entlang der Hauptachse Marsala Tita sind heute schön restauriert und noch in Betrieb, wie z. B. das bekannte Hotel Kvarner. Das Schmuckstück ist aber die Villa Agolina, die der Patrizier Igieno Scarpa 1844 im klassizistischen Stil errichten ließ. Deren Park mit exotischen Pflanzen bildet im Sommer eine malerische Kulisse für Freiluftkonzerte. Wer nun nicht nur in der Kulisse der Belle Époque flanieren, sondern auch baden will, der findet Richtung Süden, an der so genannten "Riviera von Opatija" (bis Moscenicka Draga), charmante Badeorte und herrliche Buchten.

Malta mit Comino und Gozo

Auf der Karte wirkt sie ein wenig verloren, die nur 316 km² große Inselgruppe Malta, Gozo und Comino 100 km südlich von Sizilien. Trotzdem galt sie über Jahrtausende vielen Völkern als Schlüssel zur Macht im Mittelmeer, den lange der mächtige Johanniterorden und später die Briten verteidigten.
Gerade die Vorliebe dieser Nation für sonnige Urlaubswochen hat auf Malta früh eine gute Hotelinfrastruktur etabliert. Neben Beachlife und mediterranem Klima sind die mehr als 3000 Jahre alten Tempelbauten, z.B. das Hypogäum Hal Saflieni, Hagar Qim und Mnajdra, sowie die bizarren Dingli Cliffs an Maltas Südküste, wo man auch Wandern und Biken kann, die großen Attraktionen des Archipels. Unter den Wassersportarten steht Tauchen an erster Stelle. Eintauchen in die Geschichte des Mittelalters heißt es in der Hauptstadt Valetta, das der Ritterorden als gigantische Festung ausbaute. Schmucke Städtchen mit Festungscharakter sind Mdina und Gozos Hauptstadt Rabat.
Kulinarische Genüsse mit Fisch und Meeresfrüchten verspricht der Hafen Marsaxlokk. Ein lebendiges Kunsthandwerk wie Glasblasen und Spitzenklöppeln findet man auf Gozo, ein aufregendes Nachtleben in St. Julian's und Paceville.
Valletta
Valletta liegt auf einer imposanten Halbinsel, umgeben von dem großartigsten Naturhafen der Welt. Nach der erfolgreichen Abwehr der Türkenbelagerung 1565 durch den Johanniterorden, der sich seit dem Mittelalter der Krankenpflege widmet, wurde sie als erste europäische Stadt der Neuzeit auf dem Reissbrett entworfen und ist seither das kulturelle und politische Zentrum Maltas.
Lange Treppenfluchten, gigantische, zum Teil aus dem gewachsenen Fels geschnittene Wehrmauern und Bastionen, enge Straßenschluchten, hohe Balkone sowie stattliche Paläste des Großmeisters und der Ritter geben Valletta ihr unverwechselbares Gesicht. Die Flaniermeile Republic Street, stimmungsvolle Restaurants, kleine Läden, gemütliche Terrassencafés und die Barracca Gardens laden zum Bummeln und Verweilen ein. Nach der zweiten großen Belagerung im Zweiten Weltkrieg, in dem zahlreiche Gebäude schwer beschädigt wurden, präsentiert sich das vorbildlich restaurierte Valletta heute in seinem alten Glanz.
Dingli Cliffs
Die bis zu 257 m hohe Steilküste ist für die Bewohner der Ballungsräume um Valletta ein beliebtes Ausflugsziel. Hier erlebt man den Sonnenuntergang mit dem kleinen Eiland Filfla in der Ferne besonders eindrucksvoll. Die Steilküste fällt in mehreren Terrassen zum Meer hin ab, auf denen dank der fruchtbaren Tonerde Wein, Obst und Gemüse angebaut werden. Die beständigen Winde ließen eine meist nur niedrige Macchiavegetation entstehen.
Eine der interessantesten archäologischen Stätten sind die Schleifspuren (cart ruts) der Clapham Junction, die die Briten an den gleichnamigen Londoner Bahnhof erinnerten. Insgesamt 27 paarweise Rillen, die sich zum Teil überschneiden, wurden bis zu 50 cm in den Kalkstein eingeschliffen. Noch heute ist unklar, ob es sich dabei um prähistorische Wegrinnen für Karren oder Schlitten handelt. Unweit der cart ruts befindet sich Ghar il-Kbir, eine der zahlreichen Höhlen auf Malta, die der Bevölkerung seit dem Mittelalter als Zuflucht bei Piratenüberfällen dienten.
Hypogäum Hal Saflieni
Orakelstätte weissagender Priester? Prähistorisches Kultzentrum der Insel? Initiationsstätte für Priesterinnen? Bis heute rätseln die Archäologen über die einstige Bedeutung dieses kostbaren Kulturdenkmals. 1902 wurde das bis zu 10 m in den Kalkstein eingetiefte Hypogäum zufällig beim Bau einer Zisterne inmitten der Stadt Paola entdeckt.
Auf drei Etagen wechseln sich so genannte Orakelnischen, mit Spiralmustern dekorierte Hallen und fensterartige Grabkammern ab, in denen sich tausende menschliche Knochen fanden. Eine exakte Nachahmung einer Tempelfassade vermittelt ein gute Vorstellung vom ehemaligen Aussehen der oberirdischen Bauten. Keramik und andere Kleinfunde lassen auf eine Entstehung in der Jungsteinzeit (Neolithikum) um 3500-2500 v. Chr. schließen. Etwa 500 m entfernt erbaute man die großen vorzeitlichen Tempelanlagen von Tarxien. Ihre Reliefs mit Tieren, Spiralen und anderen geometrischen Ornamenten haben schon viele Künstler inspiriert.
Marsaxlokk
Marsaxlokk ("Hafen der warmen Winde") ist das schönste Fischerdorf Maltas. Es liegt in einer weiten Bucht zwischen den beiden Landzungen Benajsa Point und Delimara Point. Von hier aus begannen die Türken 1565 die "Große Belagerung" Vallettas.
Vor den Kaianlagen des Hafens schaukeln malerisch die traditionell bunt bemalten Luzzi im Wasser. Ein Augenpaar am Bug schützt die kleinen Fischerboote vor Unheil. Die Promenade, hinter der die rote Kuppel der doppeltürmigen Pfarrkirche Our Lady of Pompeji zu sehen ist, lädt mit ihren Fischlokalen zum Verweilen und Spazierengehen ein. Besonders lebhaft ist Marsaxlokk am Sonntag, wenn die Händler auf dem bunten Markt Gemüse, Obst, frisch eingelegte Kapern, Tinten- und Schwertfische, Krabben, Stoffe und Spielwaren feilbieten. Etwa 2 km entfernt kann man in Ghar Dalam ("Höhle der Finsternis") den ältesten menschlichen Spuren auf der Insel, aus der Zeit um 5000 v. Chr., nachspüren. Unzählige Knochen längst ausgestorbener Tierarten konnten aus ihrem Innern geborgen werden.
Mellieha Bay
Die windgeschützte Bucht zwischen zwei von fruchtbaren Terrassenfeldern und Gärten charakterisierten Hügelrücken ist das Paradies der Wassersportler auf Malta. Schöne Sandstrände und Bars verführen zu ausgedehnten Badeaufenthalten, an Kiosken kann man Surfbretter, Paddel- und Motorboote ausleihen.
Der Ort Mellieha auf der Anhöhe der Mellieha Ridge beherrscht die gesamte Bucht. Seine barocke Pfarrkirche und die darunterliegende Höhlenkirche sind beliebte Wallfahrtsziele. Fast an der schmalsten Stelle der Insel, auf der Marfa Ridge, errichteten die Johanniter den Red Tower, der mit einer wunderbaren Aussicht auf die Nachbarinseln Gozo und Comino besticht. Im Innern der Bucht wurde das Feuchtbiotop Il-Ghadira mit seiner Buschvegetation und seltenen Vogelarten als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dieses attraktive Ambiente schätzen viele Malteser, die hier alte Bootsschuppen zu kleinen Wochenendhäusern umgebaut haben.
Mdina
Weithin sichtbar auf einem Hochplateau breitet sich Mdina mit seinen verwinkelten Gassen, stattlichen Palästen und kleinen Läden aus. Bis zur Übernahme Maltas durch den Johanniterorden 1530 war die Stadt das politische und kulturelle Zentrum während der phönizischen, römischen und arabischen Zeit.
Am zentral gelegenen St. Paul’s Square zieht die monumentale Fassade der Cathedral of St. Peter and St. Paul die Aufmerksamkeit auf sich. Auf den Fundamenten einer normannischen Kirche konstruierte der Architekt des maltesischen Spätbarock, Lorenzo Gafà, 1697-1702 das Gotteshaus mit einer mächtigen Kuppel. Der freskengeschmückte Innenraum zeigt Szenen aus dem Leben des hl. Paulus sowie alte Grabplatten von Rittern und hohen Würdenträgern. Der Palazzo Falzon aus dem 15. Jh. ist mit seinen Zierwülsten und Zwillingsfenstern ein Meisterwerk des normannischen Stils. Im stimmungsvollen Innenhof, in dem der Brunnen und eine Steintreppe die Akzente setzen, fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt.
Hagar Qim und Mnajdra Tempel (Temples of Hagar Qim and Mnajdra)
Pittoresk entlang eines breiten Hanges erstrecken sich zwei der bedeutendsten prähistorischen Tempelkomplexe Maltas. Die drei Tempel Mnajdras aus dem 4. Jt. v. Chr. wurden aus einem harten witterungsbeständigen Korallenkalk erbaut. Typisch für sie ist ein kleeblattförmiger Grundriss und an manchen Monolithen ein Dekor mit hunderten gebohrten Punkten. Der weiche Muschelkalk des jüngeren Tempels von Hagar Qim, im 3. Jt. v. Chr. errichtet, widerstand der Erosion nur schlecht und ist daher weit weniger gut erhalten.
Nach dem Durchgang durch die beeindruckende restaurierte Tempelfassade gelangt man in sechs ovale Tempelräume, die durch fensterartige Öffnungen von halbrunden Nebenräumen geteilt sind. Pilzförmige Altäre dienten für Opfer und kultische Handlungen. Hier fand man die meisten der so genannten "Fat Ladies", Frauenstatuetten mit großen Brüsten und mächtigen Oberschenkeln, die als Fruchtbarkeitssymbole interpretiert werden.
Verdala Palace
Der Verdala Palace auf dem höchsten Punkt der Insel wurde 1586 vom damaligen maltesischen Stararchitekten Gerolamo Cassar für den Großmeister und Kardinal Loubeux de Verdalle errichtet. Auf einem annähernd quadratischen Grundriss erhebt sich das dreistöckige Gebäude mit den schlichten, symmetrisch verteilten Renaissancefenstern. Wehrhafte Ecktürme und ein Graben vor dem Haupteingang an der Nordfassade betonen den Verteidigungscharakter des schlossähnlichen Palastes.
Heute wird er als Herberge prominenter Staatsbesucher genutzt ist deshalb nicht zugänglich. Majestätisch ragt das helle, weithin sichtbare Mauerwerk über den grünen Buskett Gardens empor. Dieser größte Wald Maltas wurde nach französischem Geschmack mit Zitronen- und Orangenbäumen, Steineichen, Zypressen und Weinstöcken als Jagdrevier von den Johannitern angelegt. Vor allem an den Wochenenden suchen ihn die Einheimischen als Schatten spendenden Park zum Erholen und Picknicken auf.

Mallorca

Hübsche Bergstädtchen, knorrige Olivenbäume, duftende Orangen- und Zitronenhaine, Bougainvilleen und Oleander, alte Natursteinhäuser umgeben von blühenden Mandelbäumen, große Sandstrände und kleine Kieselsteinbuchten - das sind mallorquinische Szenarien, die alljährlich Millionen Menschen anlocken.
Zugleich finden Nachtschwärmer an der langen Platja de Palma und in den Touristenhochburgen westlich von Palma de Mallorca ihr Eldorado. Wer Ursprünglichkeit sucht, wird in den kleineren Ortschaften im Inselinneren, Llucmajor etwa oder Pollença, pittoreske Winkel und kulinarische Spezialitäten genießen. Chopin fand die Stille im Kloster Valldemossa. Die bizarren Felsen Cap de Formentor sind ein lohnendes Wanderziel.
Surfer vergnügen sich in S'Arenal, Es Trenc und an der Platja d'Alcúdia. Familien mit Kindern haben lange Sandstrände, Wasservergnügungsparks, Minigolfanlagen, Tropfsteinhöhlen wie die Coves del Drac und die Delphinshow in Magaluf für gemeinsame Erlebnisse zur Auswahl. Kunstinteressierte entdecken hinter unscheinbaren Fassaden hervorragende Galerien, z.B. in in Palma oder Santanyí.
Palma de Mallorca
Abends turteln verliebte Pärchen auf der Terrasse vor der hell angestrahlten Kathedrale La Seu und genießen den Blick über den künstlichen See im Parc de la Mar auf das glitzernde Meer. Tagsüber strömen Touristen zur imposanten Kathedrale, die Ehrfurcht gebietend die Altstadtsilhouette der balearischen Hauptstadt dominiert. Wer sich aus einem kleinen Ort im Inselinneren kommend Palma nähert, atmet plötzlich kosmopolitische Luft, erlebt ein pulsierendes Großstadtflair, das sogar an Barcelona erinnert, die katalanische große Schwester auf dem spanischen Festland.
In den Stadtpalästen residieren heute Medienagenturen aus ganz Europa, Geschäftsleute eilen durch die Straßen, Einheimische und Fremde sitzen einträchtig in den Cafés an der Plaça de Santa Eulària, dem Passeig Marítim und Passeig des Born. Die steinernen Zeitzeugen der mehr als 2000-jährigen Stadtgeschichte sind Besuchermagnete für Touristen aus aller Welt. Schicke Boutiquen für Designerklamotten, Schuhe und Schmuck am berühmten Passeig des Born, der eleganten Avinguda Jaume III und den umliegenden Gassen verführen zum ausgiebigen Shopping.
Valldemossa
Mit seinen ockerfarbenen Natursteinhäusern, die sich am Fuße des Teix um das alles beherrschende Kartäuserkloster scharen, blitzblanken Gassen und üppigem Blumenschmuck wirkt Valldemossa sehr einladend. Der ganze Ort lebt davon, dass sich hier in den Wintermonaten 1838/39 ein berühmter Komponist mit seiner Geliebten und deren zwei Kindern aufhielt: Frédéric Chopin und George Sand.
Hauptattraktion des Bilderbuchdorfs ist das Kartäuserkloster, ursprpünglich ein maurischer Palast, in dem 1399 Mönche einzogen. Ein Schwager Goyas stattete die barocke Klosterkirche mit Fresken aus. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1835 wurde die Anlage in eine Sommerresidenz betuchter Palmeser umgewandelt. In den Zellen 2 und 4 erinnern Briefe und Originalpartituren an die prominenten Gäste; in anderen Räumen sind die Klosterapotheke und ein Stadtmuseum zu besichtigen. Wer nicht als Bustourist unter Zeitdruck steht, sollte auch einen Blick in den Palau del Rei Sanxo werfen, den König Jaume II für seinen Sohn erbauen ließ, und ins Geburtshaus der vielverehrten Inselheiligen Catalina Tomàs (Carrer Rectoria Nr. 5).
Sóller
Sei es, dass man sich der 10000 Einwohner zählenden Kleinstadt mit der aus Palma kommenden Nostalgiebahn "Roter Blitz" nähert, bequem durch den Tunnel von Palma anreist oder über die hochgelegene, landschaftlich bezaubernde Küstenstraße kommt - bereits aus einiger Entfernung kündet der intensive Duft sonnengereifter Zitrusfrüchte davon, dass das anmutige Sóller im Tal der Orangen nicht weit ist. Mode- und Schmuckläden, Geschäfte mit Wohnaccessoires verführen zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die winkeligen Altstadtgassen mit ihren schmucken Häusern.
In den Freiluftcafés an der zentralen Plaça de la Constitució, dem pulsierenden Herzen der kleinen Stadt, kann man wunderbar Leute gucken, die hochaufragende Jugendstilfassade der Pfarrkirche Sant Bartomeu von Gaudí-Schüler Joan Rubiò bewundern und darüber nachdenken, ob man das nah gelegene Naturkundemuseum Museu Balear de Ciències Naturals und den dazu gehörigen Garten Jardí Botánic besuchen oder lieber mit Mallorcas einziger Straßenbahn, dem fast 100 Jahre alten Orangen-Express, zum 5 km entfernten Port de Sóller rattern soll; immerhin lockt der Hafen mit feinsandigem Strand, gesäumt von einer geschäftigen Uferpromenade.
Cap de Formentor
Ob Gruppen- oder Individualreisende, ein Ausflug zur landschaftlich spektakulären Halbinsel Formentor gehört zum Pflichtprogramm aller, die mehr als ein Wochenende für die Insel eingeplant haben. Der volle Parkplatz am Mirador des Colomer und die Menschenmassen, die selbst bei größter Hitze zu Fuß unterwegs sind, machen auch Ortsunkundigen sofort klar: Hier ist ein Stopp angesagt. Nach einem kurzen Aufstieg über breite Treppenstufen – der Mirador liegt auf einer mehr als 300 m hohen Klippe – erwartet den Besucher ein atemberaubender Ausblick über die Steilküste hinunter zum tiefblauen Meer.
15 Kilometer windet sich die Serpentinenstraße weiter, vorbei am Luxushotel Formentor und der Platja de Formentor zur Landspitze Cap de Formentor im äußersten Norden Mallorcas. Der Weg ist das Ziel - sollte jemand nach der atemberaubenden Fahrt ein noch spektakuläreres Ziel erwarten, wird er enttäuscht sein: Am Ende stehen ein einsamer Leuchturm und die Chance, an klaren Tagen Menorca zu erspähen.
Sa Calobra
Zwölf Kilometer Passstraße mit unzähligen, zum Teil spektakulären Haarnadelkurven, die man in der Hochsaison mitunter hinter einem der zahlreichen Ausflugsbusse, im Frühjahr und Herbst hinter ambitionierten Radfahrern herzockelt, müssen Besucher zurücklegen, um zur 800 Meter tiefer liegenden Bucht Sa Calobra zu gelangen, in die die spektakuläre Wildwasserschlucht Torrent de Pareis mündet. Ungeübten Autofahrern und Beifahrern, die bei kurvenreicher Strecke mit Übelkeit zu kämpfen haben, sei als Alternative die bequeme Fahrt mit dem Ausflugsboot von Port de Sóller empfohlen.
Sa Calobra ist ideal für einen Kurzaufenthalt mit Spaziergang zur Mündung und Einkehr in einem der fünf Restaurants und Cafés, die alle mit einer Sonnenterrasse und Meerblick locken. Wer eine Badepause einlegen möchte, kann dies an dem kleinen Kiesstrand an der Mündung der Schlucht tun. Auch lohnt es sich den Torrent zu Fuß ein Stück zu erkunden, bis eine steile Felsstufe den Weg versperrt.
Santuari de Lluc
Tausende Mallorquiner pilgern alljährlich im August in einer nächtlichen Wallfahrt von Palma zum 1250 gegründeten Kloster Lluc und seiner hoch verehrten schwarzen Madonna ("La Moreneta") aus dem 13. Jahrhundert. Immer öfter suchen Wanderer, die den Norden der Insel erkunden, den 400 Meter hoch liegenden Klosterkomplex auf, um ihre müden Knochen im preisgünstigen Pilgerhotel auszustrecken. Dem "Heiligen Wald" werden gern übersinnliche Kräfte zugeschrieben.
Kunstinteressierte entdecken im Monestir de Lluc barockes Formengut und Schaffensspuren des katalanischen Modernisme-Architekten Antoni Gaudí sowie im angeschlossenen Museum interessante archäologische Funde, wertvolle liturgische Gegenstände und Gemälde des mallorquinischen Malers Josep Coll Bardolet. Gläubige finden in dem mallorquinischen Zentrum der Marienverehrung einen etwas unruhigen, aber stimmungsvollen Ort der Andacht. Wenn die Tagestouristen wieder weg sind, beginnt für Menschen auf der Suche nach Besinnung die schönste Tageszeit.
Pollença
Pollença, das charmante Städtchen am Fluss des heiligen Georg, führt ein ruhiges Alltagsleben, zu dessen Rhythmus regelmäßige Siestazeiten und Fiestas gehören. Herzstück der Stadt ist die Plaça Major, deren Freiluftcafés während des sonntäglichen Wochenmarktes und der großen Novembermesse Fira bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Hier sitzen Touristen und Einheimische gemütlich bei einem café con leche und bestätigen sich gegenseitig, dass Pollença mit seinen hübschen Natursteinhäusern nicht nur bezaubernd schön liegt, sondern auch mit interessanten kulturellen Events aufwarten kann.
Wer sich nicht gleich über den romantischen Weg zur sechs Kilometer entfernten Küste aufmacht, kann sich in den beiden renommierten Galerien am Hauptplatz über zeitgenössische Kunst informieren, in den blitzblank geputzten, kopfsteingepflasterten Gässchen nach originellen Mallorca-Souvenirs Ausschau halten, die 365 Stufen zum Kalvarienberg hinaufsteigen oder die Sammlung gotischer Kunst im Stadtmuseum begutachten.
Coves del Drac
Mallorca hat seinen Besuchern mehrere geologische Schätze zu bieten, so die Höhlenformationen von Campanet, Artà und die Coves dels Hams. Unumstrittene Hauptattraktion ist jedoch die unterirdische Welt der "Drachenhöhlen" bei Portocristo im Osten der Insel. Die zauberhaft schöne Welt aus Stalaktiten und Stalagmiten zieht täglich Tausende von Besuchern an. In Bussen kommen die Touristen, um an einer Führung teilzunehmen – Menschen mit Platzangst könnten in den Höhlenräumen durchaus in Bedrängnis kommen.
Seit 1935 steht Besuchern hier ein kilometerlanger Weg durch die unterirdische Welt Mallorcas offen, der an sechs Lagunen und dem weltbekannten Lago Martel vorbeiführt. Der riesige unterirdische See ist benannt nach dem Franzosen Edouard-Alfred der die Höhlen 1896 entdeckte. Die spektakulären Naturattraktionen werden durch raffinierte Lichtspiele effektvoll in Szene gesetzt. Zum Standardprogramm gehört auch ein Konzert mit klassischer Musik in der Grotte.
Llucmajor
Nur 11 Kilometer liegen zwischen Llucmajor und S'Arenal und doch trennen Welten den bekannten Urlaubsort mit seinen Bars, Diskos und nicht zuletzt der Strandbar Ballermann vom ehemaligen Schuhmacherstädtchen im Inselinneren.
Von Llucmajors Vergangenheit zeugt heute nur noch das Schuhmacherdenkmal an der hübschen von Palmen bestandenen Plazuela, auf der sich die einheimischen Jugendlichen zu Café solo und bocadillo treffen. Vieles - der Barbier an der zentralen Plaça Espanya, abenteuerlich anmutendes Kabelgewirr an Holzmasten und die stundenlang beim Gespräch in den altehrwürdigen Bars sitzenden Männer - wirkt als sei die Zeit stehen geblieben, als wäre der Flughafen von Palma mit seinen unzähligen Gästen aus aller Welt in weiter Ferne. Die Ruhe wird nur freitags, dem wichtigsten Markttag, von eifriger Betriebsamkeit unterbrochen. Dann prüfen Einheimische und Touristen Obst, Gemüse, Honig, Kräuterlikör, Tonwaren, Kleidung, Schuhe und allerlei Krimskrams an den Ständen von der zentralen Plaça entlang der Straße BisbeTaixquet zur Esplanade Jaume III und halten hier und da mit Bekannten ein Schwätzchen.
Santanyí
Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer von Palma auf direktem Weg in das kleine, verschlafen wirkende Landstädtchen Santanyi im äußersten Süden der Insel. Adrette Freiluftcafés rund um die alte Pfarrkirche Sant Andreu Apòstol und Kunstgenuss in der sorgsam und einfühlsam gestalteten Kunstgalerie Joanna Kunstmann locken die Menschen herbei.
Andere reizt ein Besuch des nahe gelegenen Kaktusgartens Botanicactus mit seiner umfangreichen Sukkulentensammlung, die meisten aber die Postkartenidylle der Buchten in nächster Umgebung des Städtchens. Besorgt um ihre Rückzugsmöglichkeiten haben Mallorquiner die Wegweiser zur besonders malerischen und abgelegenen Bucht S'Almunia übersprüht oder abmontiert, andere wie die Sandbuchten Cala Llombarts und die bei Familien besonders beliebte Cala de Santanyí mit Strandcafe und -lokalen, Beachballfeld, Tretbootverleih und einer schwimmenden Insel mit Rutschbahn sind bis jetzt noch gut ausgeschildert.